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AUTOR/IN
Fabian Janssen (Foto: SWR)

Wir werden von drei Beamten und der Pressesprecherin des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz freundlich, aber bestimmt empfangen. Der Dreh ist besonders, der Protagonist muss anonym bleiben. Man mustert uns, jedes Wort, jede Antwort wird abgewägt. Ein sogenannter „Zielfahnder“ berichtet von seinem Beruf. Emotionen kann man ihm nicht entlocken, einen Namen dürfen wir ihm auch nicht geben, das ist seine Geschichte:

Anonymes Interview mit einem Zielfahnder des LKA Mainz

„Ich arbeite als Zielfahnder hier im Landeskriminalamt. Meine Aufgabe ist es, Tatverdächtige oder entflohene Straftäter aufzuspüren und ihre Festnahme zu veranlassen oder auch selbst durchzuführen. Mein Name und mein Gesicht dürfen nicht bekannt werden, damit Zielpersonen mich im Einsatz nicht erkennen können.“

Undercover auf der Jagd nach untergetauchten Personen

Bis die Zielperson gefunden ist, kann es Jahre dauern. Es sind Menschen, die untergetaucht sind und bewusst ihre Spuren verschleiern. „Es kann bei einer langen andauernden Zielfahndung durchaus Momente geben, in denen man frustriert sein kann. In diesen Fällen muss man versuchen, professionell mit dieser Sache umgehen, die Spuren weiter abzuarbeiten und eben doch noch zu versuchen, die Zielperson zu lokalisieren. Im Grunde kann man das manchmal als persönliches Messen mit der Zielperson betrachten, im Sinne der Frage: Wer kann sich besser verstecken?“

Oft greift das auch ins Privatleben ein. Es ist kein Beruf mit festen Arbeitszeiten. Es kann auch gefährlich werden, wenn die Festnahme näherkommt. „Das ist natürlich sehr wichtig, dass Du in diesem Moment alles richtig machst. Wir wollen erfolgreich sein, wollen, dass die Zielperson nicht entkommt. Angst habe ich dabei nicht, aber ich spüre schon eine sehr große Anspannung.“

Und am Ende gibt es dann doch ein bisschen Emotionen: „Wenn man nach langer Suche die Zielperson festnehmen kann, ist das ein zufriedenstellender Abschluss einer möglicherweise jahrelangen Arbeit. Vielleicht kann man das Vergleichen mit dem Einlauf eines Marathonläufers ins Olympiastadion. Natürlich freut man sich über eine Festnahme.“

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