Sami Khedira und die DFB-Elf - das ist eine Erfolgsgeschichte. Der Weltmeister von 2014 gab sich beim Public Viewing in Fellbach die Ehre.

Fußball | EURO 2024

Fellbach feiert Deutschlands Gruppensieg und Sami Khedira

Stand
Autor/in
Michael Richmann

Sami Khedira und die DFB-Elf - das ist eine Erfolgsgeschichte. Der Weltmeister von 2014 gab sich beim Public Viewing in Fellbach die Ehre.

Nach dem Ausgleich in der Nachspielzeit war der Jubel riesig - in Frankfurt und in Fellbach. Nur einer blieb äußerlich gelassen: Sami Khedira. Der Weltmeister von 2014 war für das letzte Gruppenspiel zum Public Viewing in den Innenhof des Fellbacher Rathauses gekommen, um das 1:1 gegen die Schweiz im größeren Kreis zu schauen. Die etwa 900 Tickets waren im Nu vergeben.

Weltmeister Sami Khedira in Fellbach verwurzelt

Khedira hatte eine kurze Anreise, denn den 37-Jährigen hat es nach einer großen Karriere beim VfB Stuttgart, Real Madrid, Juventus Turin und Hertha BSC zurück nach Fellbach gezogen: "Es ist meine Heimat und ich bin mit der Gegend verwurzelt." Vor dem Anpfiff hatte Khedira noch zwei Stunden mit Kindern der drei großen Sportvereine in Fellbach gekickt - unter anderem mit Kindern des TV Oeffingen, dem Verein, bei dem er 1992 seine Karriere begann.

Die Jugendarbeit liegt dem 77-maligen Nationalspieler am Herzen: "Ich habe angefangen wie die Jungs hier, die einfach nur Bock auf Fußball haben. Und ich hatte das große Glück, Förderer zu haben und eine Familie, die mich unterstützt hat, um dann - natürlich auch mit Fleiß und Disziplin - eine tolle Karriere gehabt zu haben. Und das versuche ich zu vermitteln."

Schwer zu vermitteln war den Fußball-Fans in Fellbach, dass seine erste fußballerische Liebe dem FC Bayern München galt. "Aber wir machen ja alle mal Fehler", scherzte Khedira und bekannte sich dann zum VfB Stuttgart, den er 2007 mit seinem Siegtreffer am letzten Spieltag gegen Energie Cottbus zum Deutschen Meister köpfte.

Deutschland zur Halbzeit in Rückstand, Fellbacher Fans skeptisch

Europameister ist einer der wenigen Titel, die Khedira nicht gewinnen konnte. Daher hofft er, dass es seine Nachfolger Toni Kroos, Robert Andrich und Co. bei der EURO 2024 besser machen. In der ersten Halbzeit sah es jedoch so aus, als beiße sich die DFB-Elf am ersten namhaften Gegner in der Gruppenphase die Zähne aus. Dan Ndoye hatte die Schweizer in der 28. Minuten in Führung geschossen. Khedira nahm es stoisch hin.

Die Fans in Fellbach nicht: "Gut angefangen, jetzt ist es nicht so schön", sagte ein Fan. "So viele Fehlpässe von Toni Kroos habe ich noch nie gesehen. Alle spielen unter ihrem Niveau - auch Maximilian Mittelstädt. Leider. Ich bin ja großer VfB-Fan, aber das muss man schon sagen." Die Gründe für die durchwachsene Leistung waren schnell ausgemacht: "Meiner Meinung nach liegt das an der Motivation der Spieler. Die sind sich auf jeden Fall zu sicher, weil sie die letzten Spiele locker gewonnen haben. Und jetzt kommt mal ein richtiger Gegner, und dann sieht man schon, dass sie nicht den richtigen Ehrgeiz haben", unkte ein anderer Fan. Doch es war auch Optimismus zu spüren: "Jetzt hoffen wir, dass in der zweiten Halbzeit die große Wende kommt und die Deutschen sich berappeln."

Füllkrug erlöst die DFB-Elf

Die Nationalelf berappelte sich tatsächlich, strapazierte die Nerven der Fellbacher Fußball-Fans jedoch bis in die Nachspielzeit. Denn Joshua Kimmich verpasste den Ausgleich freistehend vor Sommer (70.). Den möglichen Elfmeter nach Silvan Widmers Klammergriff gegen den Hoffenheimer Stürmer Maximilian Beier gab es ebenfalls nicht (70.). Arsenal-Stürmer Kai Havertz hatte bei seinen zahlreichen Kopfbällen noch nicht den richtigen Winkel justiert (64., 67., 85. und 88.).

So war es am Ende der Dortmunder Niclas Füllkrug, der Deutschland mit einen präzisen Kopfball gegen die Laufrichtung des Schweizer Torhüters Yann Sommer einen Punkt und damit den Gruppensieg rettete. Jubel bei den Fans. Doch Sami Khedira blieb cool: "Mich überrascht das nicht. Für mich ist das Wichtigste, mit welcher Energie und welcher Leidenschaft aber auch mit welchem Teamspirit sie auf dem Platz sind. Taktisch gibt es noch einige Dinge zu verbessern. Aber im Fußball geht viel über die Energie und Teamwork, und das haben wir", sagte Khedira schon vor dem Spiel.

DFB-Elf freut sich auf ein Viertelfinale in Stuttgart

Nach dem Spiel ist klar: Deutschland spielt als Gruppenerster am Samstag, um 21 Uhr, in Dortmund gegen England, Slowenien, Dänemark oder Serbien. Wer in der Gruppe C als Zweiter ins Achtelfinale einzieht, entscheidet sich am Dienstag. Fest steht: Der Sieger dieser Partie wird eine Woche später im Viertelfinale in Stuttgart spielen - vor den Toren Fellbachs, der Heimat von Sami Khedira.

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Michael Richmann

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