Treffen mit Kultusministerium

Missstände im Turnen: Kultusministerium fordert externe Aufarbeitung und Maßnahmenkatalog

Stand
Redakteur/in
Martin Bromber

In der Geschäftsstelle des Landessportverbands fand am Donnerstag (23.01.) ein Gespräch zwischen LSV, STB und Kultusministerium statt, um über die Missstände im Turnen zu beraten.

Bereits vor einigen Wochen hatte Baden-Württembergs Sportministerin Theresa Schopper eine externe Aufarbeitung der Missstände am Stuttgarter Turnforum ins Gespräch gebracht. Im Interview mit SWR Sport sagte sie Mitte Januar: "Ich glaube nicht, dass wir das nur mit einer internen Aufklärung hinbekommen." Am Donnerstag fand nun ein Gespräch zwischen Ministerium, dem Schwäbischen Turnerbund (STB) und dem Landessportverand Baden-Württemberg (LSV) statt.

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Ministerium erwartet externe Aufarbeitung

Die Haltung des Ministeriums bleibt nach dem Gespräch unverändert: "Internationale Wettbewerbsfähigkeit darf nicht über der körperlichen und seelischen Gesundheit der Athletinnen und Athleten stehen. Wir erwarten nun eine unabhängige, externe Aufarbeitung der Vorfälle. Und wir behalten uns auch weiterhin vor, gegebenenfalls Mittel einzufrieren", sagte ein Sprecher.

Das Kultusministerium will im Jahr 2025 über den Landessportverand insgesamt gut 1,6 Millionen Euro an den Turnsport im Land auszahlen - und ist damit eine wichtige Finanzierungsquelle.

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Missstände im Turnen: Maßnahmenkatalog gefordert

Das Ministerium hat seine Erwartungen gegenüber dem Turnverband hinsichtlich der nächsten Schritte deutlich formuliert: "Eine unabhängige, externe Aufarbeitung der Vorkommnisse ist unabdingbar. Ziel muss dabei sein, die Geschehnisse einerseits vollständig aufzuklären, andererseits die bestehenden Kontrollmechanismen genau zu überprüfen und zu analysieren, warum diese nicht gegriffen haben. Hier erwarten wir eine zeitnahe Bestätigung seitens des Schwäbischen Turnerbundes, dass dies umgesetzt wird."  

Aus den Ergebnissen dieser Aufarbeitung "muss ein konkreter Maßnahmenkatalog erstellt werden, wie solche Vorfälle künftig effektiv verhindert werden. Diese Maßnahmen gehören zudem immer wieder auf den Prüfstand", sagte der Sprecher des Ministeriums.

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STB setzt auf klare Transparenz

Der Schwäbische Turnerbund äußerte sich nach dem Gespräch nicht öffentlich, er will aber auf Transparenz bei der Aufarbeitung setzen. Das hatte STB-Geschäftsführer Matthias Ranke bereits im Interview mit SWR Sport angekündigt. Der STB will die beauftragte externe Kanzlei bei der Aufarbeitung so gut es geht unterstützen. Als "alternativlos" beschrieb Ranke diesen Weg: "Um das Vertrauen zurückzugewinnen, das wir in den letzten Monaten und Wochen verloren haben, braucht es eine externe Aufarbeitung."

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