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Kommentar zu Volker Beck Von Doppelmoral, Lüge und Hochmut

Der tiefe Fall des Bundestagsabgeordneten der Grünen, Volker Beck, hat Diskussionen ausgelöst. Doch was sind die Lehren daraus für die Politik?

Volker Beck

Volker Beck

Ein Kommentar von Frank Wahlig, SWR Berlin

Kein Grund zur Häme, überhaupt kein Anlass für parteipolitisches Klein-Klein. Es ist Wahlkampf – na und? Der Moralgrüne Volker Beck konsumiert harte Drogen. Das ist Fakt. Und Beck ist erwischt worden. Er hat die Konsequenzen gezogen. Den Rest erledigen andere für ihn. Seine Parteifreunde, die eine weitere Bundestagskandidatur verhindern werden, die Staatsanwaltschaft, die ermittelt.

Es gibt Hinweise, dass Beck schon länger auch andere Drogen genommen hat. Das hat aber weder etwas mit der grünen Partei zu tun, noch mit einer roten oder schwarzen Partei. Es hat mit Volker Beck zu tun. Ausschließlich. Dem ist die Welt abhanden gekommen.

Beck gab gerne den Oberlehrer

Die doppelte Moral ist seine, Becks Doppelmoral. Welch selbstgerechter Politiker: Doppelmoral ist doch sonst etwas, das man dem politischen Gegner vorhielt. Beck ist soweit ein typischer Kleinbürger. Im Bundestag war er hochfahrend, unterstellte dem Gegner schwache Moral und Unaufrichtigkeit. Beck gab den Oberlehrer im dunklen Dreiteiler.

Wenige konnten mit der Moralkeule so um sich schlagen, wie Beck und überhaupt die ältere Generation der Grünen. Unangenehm hochfahrende Politiker. Schauspieler - zwanghaft.

Es geht um den Politiker Beck, den Menschen, aber es geht nicht um seine Partei. Auch wenn die die Moral gepachtet zu haben scheint. Es geht auch nicht um DIE Politiker. Auch wenn einige wenige von ihnen einmal straucheln.

Eine aktuelle Stunde wäre hilfreich

Frank Wahlig

Frank Wahlig

Volker Beck, das ist politische Vergangenheit. Seine Moralreden wird man nicht vermissen. Ob er sein Bundestagsmandat noch behält oder nicht, ist fast gleich. Er braucht jetzt so etwas wie Mitgefühl. Und vielleicht die Unterstützung seiner Parteifreunde, wenn er denn noch welche hat.

Die Politik ist feige. Vielleicht wäre eine aktuelle Stunde im Bundestag sinnvoll. Da könnten die Politiker darüber reden: Wie halten sie es mit gefallenen Spitzenpolitkern? Wie geht das hohe Haus, wie geht die Partei mit diesen Leuten um, die Hilfe brauchen und nicht besser sind als überlastete Bürger? Doppelmoral, Lüge und Hochmut – ein Teil der politischen Kultur. Beck soll sein Mandat behalten. Er ist nämlich ein Beispiel, das nicht entsorgt werden darf.

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