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Teilzeit Was man wissen muss

Teilzeit ist vor allem für viele Frauen während der Familienphase die einzige Möglichkeit, ihren Beruf auszuüben. Auf was muss man achten? Welche Folgen hat diese Form der Berufstätigkeit?

Mann und Frau im Büro

Teilzeit in der Familienphase

Tamara Land, SWR Wirtschaft und Soziales, berichtet

Wer hat Anspruch auf Teilzeit?

Im Prinzip hat jeder Arbeitnehmer einen Anspruch auf Teilzeit, auch Führungskräfte, Das regelt das Teilzeit- und Befristungsgesetz. Voraussetzung ist, dass man schon mindestens sechs Monate in dem Unternehmen arbeitet und dass der Betrieb insgesamt mehr als 15 Mitarbeiter hat. Einen besonderen Grund muss der Arbeitnehmer übrigens nicht angeben.

Wie viel muss man in Teilzeit arbeiten?

Laut Gesetz darf der Arbeitnehmer selbst entscheiden, wie viel er arbeiten möchte: Das können 35 - oder auch nur zehn Stunden die Woche sein. Letztendlich müssen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer aber auf eine praktikable Lösung einigen, mit der beide Seiten leben können. Ablehnen darf der Arbeitgeber den Teilzeitantrag aber nur in ganz wenigen Ausnahmefällen, nämlich wenn der Betrieb durch die Teilzeit erheblich gestört wird. In der Praxis kommt das kaum vor, Unternehmen müssen sich in der Regel auf Teilzeitarbeit einlassen.

Wie wirkt sich Teilzeit auf den Urlaub aus?

Eigentlich gar nicht. Das Bundesurlaubsgesetz regelt, dass jeder Arbeitnehmer mindestens vier Wochen Urlaub haben muss. Bei einer Fünf-Tage-Woche sind das also 20 Arbeitstage. Dabei ist es egal, ob man täglich acht oder nur vier Stunden arbeitet. Einen Unterschied gibt es nur bei Arbeitnehmern, die nicht jeden Tag arbeiten. Wer zum Beispiel nur drei Mal die Woche arbeitet, braucht weniger freie Tage, um auf seine vier Wochen Urlaub zu kommen. Entsprechend verringert sich der Urlaubsanspruch auf zwölf Tage.

Welche Nachteile hat man durch Teilzeit?

Theoretisch keine. Das Gesetz verbietet Arbeitgebern, Teilzeitbeschäftigte schlechter zu stellen. Sie müssen die gleichen Rechte und Chancen bekommen wie Vollzeitkräfte. In der Praxis ist das aber oft nicht der Fall. Wer in Teilzeit arbeitet, hat zum Beispiel schlechtere Chancen, befördert zu werden. Auch im Alter rächt sich die Teilzeit: Die gesetzliche Rente fällt entsprechend niedriger aus.

Hat man das Recht, in Vollzeit zurückzukehren?

Einen Anspruch wieder aufzustocken gibt es nicht. Diese Erfahrung machen vor allem Mütter, die nach einigen Jahren wieder mehr arbeiten möchten, aber nicht aus der sogenannten Teilzeitfalle rauskommen. Ein Mitarbeiter, der wieder mehr arbeiten möchte, kann das dem Chef mitteilen. Falls dann eine passende Vollzeitstelle frei wird, muss der Chef diesen Mitarbeiter bevorzugen.

Online: Heidi Keller

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