CWD: Tödliche Nervenerkrankung bei Hirschen und Elchen "Zombie-Krankheit" auf Menschen übertragbar?

Bilder von abgemagerten, sabbernden Elchen sorgen in den USA für Unruhe und Schlagzeilen: Eine oft als Zombie-Krankheit bezeichnete Seuche breite sich aus: CWD – und die sei laut einer US-Behörde - ähnlich wie BSE - sogar auf den Menschen übertragbar. Das deutsche Forschungsinstitut für Tiergesundheit ordnet das anders ein.

Die Nervenkrankheit Chronic Wasting Disease, also chronische Auszehrungskrankheit, lässt erkrankte Tiere wie Zombies wirken. Die Tiere magern ab, zeigen unkoordinierte Bewegungen und erhöhten Speichelfluss. Dieses Verhalten und Aussehen erkrankter Tiere ist auch der Grund für den umgangssprachlichen Titel: Zombie-Krankheit. Untot seien die Tiere natürlich nicht, sagt Christine Fast vom Friedlich-Loeffler-Institut, die Krankheit ende aber immer tödlich. Zwei bis vier Monate nach Auftreten der ersten Symptome sterben die Tiere.

Die Chronic Wasting Disease ist bisher vor allem bei Wildtieren in den USA aufgetreten (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Milwaukee Jou -)
Die Chronic Wasting Disease ist bisher vor allem bei Wildtieren in den USA aufgetreten. Ähnlich wie beim Rinderwahnsinn wird CWD durch fehlgebildete Eiweiße, sogenannte Prionen, ausgelöst. picture alliance / Milwaukee Jou -

Geringes Risiko für Menschen

Verursacht wird die Chronic-Wasting-Disease (zu deutsch: Chronische Auszehrungskrankheit) nicht durch Bakterien oder Viren, sondern durch fehlgebildete Eiweiße, sogenannte Prionen. Damit ist sie verwandt mit der als Rinderwahn bezeichneten Tierseuche BSE. Bei beiden Krankheiten kommt es zu einer schwammartigen Veränderung des Gehirns.

Die "Zombie-Krankheit": übertragbar?

Ob auch Menschen sich mit Chronic-Wasting-Disease anstecken können, sei laut Christine Fast vom Friedlich-Loeffler-Institut noch nicht eindeutig zu beantworten. Übertragbar sei die Krankheit in erster Linie aber innerhalb der jeweils betroffenen Spezies. Das Risiko der Übertragbarkeit auf den Menschen sei also sehr gering, ein solcher Fall sei bislang auch noch kein einziges Mal aufgetreten, so Christiane Fast.

Hirsch wird auf CWD untersucht (Foto: dpa Bildfunk, St. Louis Post-Dispatch/AP Image -)
Ein Mitarbeiter der Abteilung für Naturschutz in Missouri (USA) entnimmt einen Lymphknoten eines Hirschs, der von einem Jäger erschossen wurde. Es soll untersucht werden, ob das Tier unter der Chronic Wasting Disease gelitten hatte. St. Louis Post-Dispatch/AP Image -

Keine unbekannte Krankheit

Die Chronic Wasting Disease ist schon seit den 1960er Jahren bekannt. Erste Fälle waren in Nordamerika aufgetreten, wo vor allem die Bundesstaaten Colorado und Wyoming betroffen waren. Später breitete sich die Krankheit auch in Kanada und in Südkorea aus, bevor 2016 die ersten erkrankten Tiere in Europa gefunden worden. Betroffen waren etwa 20 Rentiere und Elche in Norwegen, sagt Christine Fast. In den USA seien laut Medienberichten mittlerweile in mindestens 24 Bundesstaaten Fälle der Chronic Wasting Disease registriert worden.

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