Wünsche für 2022: Landwirtschaft (Foto: IMAGO, imago images/Gutschalk)

Kommentar

Wünsche im Bereich der Landwirtschaft

STAND
AUTOR/IN
Sabine Schütze
ONLINEFASSUNG
Ralf Kölbel, Lilly Zerbst

Mehr Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz – das wünscht sich Sabine Schütz für 2022 von der Politik im Bereich der Landwirtschaft.

Audio herunterladen (2,7 MB | MP3)

Nach mehr als 15 Jahren ist das Landwirtschaftsministerium wieder in grüner Hand – endlich! Denn nachdem die Minister der Union mehr damit beschäftigt waren, kleinste Schritte groß zu feiern und freundlich zu lächeln, muss der „Neue“ – Cem Özdemir – nun endlich was tun, um die Landwirtschaft im kommenden Jahr umweltfreundlicher zu gestalten.

Weniger Nutztiere in der Landwirtschaft

Dazu gehört zunächst mal, die Nutztierbestände drastisch zu reduzieren. Also nicht nur diskutieren, wie das theoretisch gehen könnte, sondern umsetzen bitte. Das nutzt dem Klima, weil dann deutlich weniger Treibhausgase emittiert werden. Das nutzt den Tieren, wenn sie entsprechend artgerechter gehalten werden. Und das nutzt der Umwelt, weil weniger Wasser, weniger Land und weniger Ressourcen verschwendet werden.

Dafür braucht es allerdings einen mutigen Landwirtschaftsminister und die richtigen Investitionen. Denn mit Rücksicht auf Tiere, Pflanzen und Umwelt zu arbeiten, verlangt viel Geld und ist aufwändig.

 Die künftige Landwirtschaft sollte Rücksicht auf Tiere, Pflanzen und Umwelt nehmen. (Foto: IMAGO, imago images/Arnulf Hettrich)
Die künftige Landwirtschaft sollte Rücksicht auf Tiere, Pflanzen und Umwelt nehmen. imago images/Arnulf Hettrich

Die Regionalität der Produkte muss gefördert werden

Die Transformation der Landwirtschaft ist eine enorme Herausforderung, aber eine, die sich doppelt lohnt, wenn das Ministerium gleichzeitig dezentrale Strukturen fördert. Regionalität stellt einerseits Nähe zu uns Verbrauchern her, verhilft so den Bauern als Nahrungsmittelproduzenten wieder zu Ansehen. Und andererseits machen uns kleinere landwirtschaftliche Strukturen zusammen mit einer regionalen verarbeitenden Industrie unabhängiger im Lebensmittelbereich.

Ernährungssouveränität für mehr Nachhaltigkeit

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie sehr wir von Importen abhängig sind. Sich weitgehend selbst zu versorgen, bedeutet nicht, massenweise Schweine zu mästen, um die Überproduktion ins Ausland zu verkaufen. Schon im Sinne der Nachhaltigkeit muss die Politik endlich wieder unsere Ernährungssouveränität fördern.

Wir Verbraucher sollten wieder lernen, unsere heimischen Lebensmittel wertzuschätzen. (Foto: IMAGO, imago images/Frank Drechsler)
Wir Verbraucher sollten wieder lernen, unsere heimischen Lebensmittel wertzuschätzen. imago images/Frank Drechsler

In diesem Zusammenhang wünsche ich mir Walnussbäume zum Beispiel. Denn Nüsse sind wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Ernährung mit wenig Fleisch. Doch es gibt kaum noch Nussbäume, weil es sich nicht lohnt, sie hierzulande anzubauen. Nüsse aus weit entfernten Teilen der Welt zu importieren, ist billiger. Das darf aber nicht länger der Maßstab sein. Nur Vielfalt im Anbau bringt uns wieder auf Kurs. Dass wir Verbraucher endlich wieder unsere Lebensmittel wertschätzen ebenso.

Landwirtschaft muss klimafreundlich werden

Im Gegenzug muss die Landwirtschaft irgendwann Treibhausgase binden, statt sie zu emittieren. Denn ich will, dass nach mir noch viele Generationen unseren Planeten lebenswert finden. Deshalb ist Handeln angesagt. Und ich sehe erstmals echte Chancen. Denn sowohl das Landwirtschafts- als auch das Umweltministerium wird gerade von den Grünen geführt. Außerdem hat Cem Özdemir beim Amtsantritt den Landwirten Hilfe versprochen, beim Umbau zu mehr Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz. Ich wünsche mir wirklich, dass er der Minister ist, der das durchzieht - und trotzdem noch freundlich lächeln kann.

STAND
AUTOR/IN
Sabine Schütze
ONLINEFASSUNG
Ralf Kölbel, Lilly Zerbst