Sonnenaufgang Erde (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

Einblick in ferne Welten LINC NIRVANA

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In Heidelberg haben Forscher eine Ergänzung für das größte Teleskop der Welt entwickelt. Seit dieser Woche wird das so genannte "LINC NIRVANA" auf Schiffen in die USA gebracht. Mit der Hilfe dieser Technologie können ferne Planeten künftig noch besser erforscht werden.

Wertvolle Fracht
LINC NIRVANA heißt eine zehn Tonnen schwere und 22 Millionen Euro teure Spezialkonstruktion. Sie wurde 15 Jahre lang am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) entwickelt. An dem internationalen Projekt haben die Universitäten Köln und Bonn, sowie italienische Forscher mitgearbeitet.

Das Gerüst von LINC NIRVANA mitsamt den massiven Steuerungsanlagen ist bereits auf dem Schiffsweg unterwegs in die USA. Insgesamt 90 Kisten gefüllt mit Kameras, verformbaren Spiegeln und anderer Elektronik werden jetzt verschifft.

Auf den Berg und zu den Sternen
Ihr Ziel ist das größte Einzelteleskop der Erde auf dem Mount Graham in Arizona. Dessen Bildschärfe soll das LINC NIRVANA ergänzen und so auf Standards steigern, die bisher nur Weltraumteleskope wie Hubble erreichen. Damit kann man in der Milchstraße schwarze Löcher aufspüren, aber auch auf erdähnliche Planeten stoßen. Zum Beispiel könnten die Atmosphären von Planeten untersucht werden. Findet man dort typische Signaturen, wie in der Erdatmosphäre, dann wären das gute Argumente für eine zweite Erde, sagt Dr. Klaus Jäger vom MPIA.

Aus groß wird größer
Doch erst einmal geht der Transport von LINC NIRVANA nach Bremerhaven und von dort über den Atlantik, durch den Panamakanal und dann auf dem Landweg nach Arizona hinauf auf 3 400 Meter Höhe. Das dauert bis Ende November. Dann beginnen die Einbau- und Einstellarbeiten. Im Sommer nächsten Jahres soll LINC NIRVANA in Betrieb gehen. Wenn alles klappt, sorgt das Know-how aus Heidelberg auch dafür, dass das LARGE BINOCULAR TELESCOPE mit einem rechnerischen Durchmesser von dann 23 Metern, weiterhin das größte erdgebundene Teleskop der Welt bleiben wird. Ab 2020 könnte es diesen Titel verlieren. In Chile wird zurzeit das European Extremely Large Telescope (E-ELT) gebaut. Es könnte in den 2020er Jahren in Betrieb genommen werden.

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