Elektronische Schnitzeljagd Tipps für umweltschonendes Geocaching

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Die moderne Schnitzeljagd läuft elektronisch ab. Beim sogenannten "Geocaching" werden kleine Dosen in der Natur versteckt. Abenteuerlustige können dann mit GPS-Geräten auf die Suche gehen - oft zum Ärger von Naturschützern. Doch Geocaching muss nicht zwangsläufig der Natur schaden.

Jäger und Förster sind wenig erfreut über die elektronische Schnitzeljagd im Wald. Denn mittlerweile sind es einfach zu viele Menschen, die Positionsdaten aus dem Internet herunterladen und nach den Verstecken suchen. Dazu bedarf es nicht einmal mehr besonderer Geräte. Viele Handys orten via GPS.       

Nachtcaching stört Tiere                       

Besonders beliebte Verstecke – sogenannte "Caches" – ziehen bis zu 3.000 Besucher pro Jahr an. Das heißt, durchschnittlich alle drei Stunden kommt eine Gruppe von Geocachern vorbei. Pflanzen würden platt getreten, Tiere vertrieben und Nistplätze zerstört, klagt Hans-Martin Roese von den Niedersächsischen Landesforsten: "Es gibt große Informations- und Wissenslücken. Viele wissen nicht, dass man eben keine Caches in Höhlen reinlegt. Dass man auch nicht in der Nacht die Tiere ständig stört. Denn 'Nachtcaching' ist sehr verbreitet. Und das ist eine Nutzung in intensiven, dichtbesiedelten Gebieten, wo wir den Geocachern einfach sagen: 'Das müsst ihr vermeiden'."  

Beliebtes Naturerlebnis           

Geocaching in Baiersbronn (Foto: SWR, SWR1 - Markus Beschorner)
Spurensuche im Wald SWR1 - Markus Beschorner

Anfangs dachte Roese noch, er könne das Problem ganz einfach lösen und die Pflanzen und Tiere schützen. Er entfernte die Caches, in der Regel kleine, wasserdichte Filmdosen mit einem Zettel drin, aus den Verstecken. Doch schon der nächste Geocacher, der den Verlust bemerkte, stellte die Information ins Internet. Es dauerte nicht lange, bis eine neue Dose dort platziert wurde. Manchmal sogar weitere Gegenstände in unmittelbarer Nähe. Dabei hat Dirk Strauch von den Niedersächsischen Landesforsten grundsätzlich nichts gegen die moderne Schnitzeljagd einzuwenden: "Wir finden das auch toll, dass sich mittlerweile Menschen mit modernen Geräten in der Natur aufhalten und sich überhaupt mit der Natur beschäftigen. Es wäre sicherlich gut, wenn man auch mal Hinweise geben könnte, wie man Geocaching im Einklang mit der Natur betreiben kann. Deshalb haben wir jetzt gerade auch in Zusammenarbeit mit Geocachern Tipps zum Geocaching im Wald herausgegeben."   

So wird Geocaching umweltverträglich                                   

Laut diesem Ratgeber sollen etwa keine Verstecke in Baumhöhlen angelegt werden, da dort möglicherweise Fledermäuse leben. Ebenso bitten die Forstleute darum, nicht während der Dunkelheit auf Schatzsuche zu gehen. Wer eine Dose an einem Baum anbringen will, soll darauf verzichten, Nägel in die Stämme zu schlagen. Außerdem sollen Suchende keine Steigeisen oder Haken benutzen. Befinde sich ein Waldstück in privater Hand, sei dort natürlich gar kein Caching erlaubt, sagt Roese: "Diese ganzen Dinge können einen Privatwaldbesitzer ganz anders betreffen. Wenn jemand nur zehn Hektar hat und der hat eine Cache-Reihe da drin, dann kann er dadurch wesentlich beeinträchtigt sein."

Wegegebot in Naturschutzgebieten

In Naturschutzgebieten wiederum gilt ein sogenanntes "Wegegebot". Verstecke dürfen dort nur im Bereich der ausgewiesenen Pfade angelegt werden. Zudem haben die Staatsforste der Länder unterschiedliche Regeln festgelegt. In Hessen zum Beispiel sind Verstecke an Bäumen verboten, nicht aber in Niedersachsen. In Baden-Württemberg wiederum sind Klettercaches an Felswänden nicht erlaubt. Die Landesforsten in Rheinland-Pfalz sind gerade dabei, umfassende Regeln für Geocacher zu erarbeiten. Geplant sind Verbotszonen, in denen schützenswerte Pflanzen und Tiere leben.                                                        

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