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Jagd, Borkenkäfer und Tourismus In den Nationalparks gibt es noch viele Probleme

Zwei Nationalparks gibt es im Südwesten: Den im Nordschwarzwald und den Hunsrück-Hochwald. Doch von "Natur pur" sind sie noch weit entfernt. Das dokumentiert die SWR-Dokumentation "betrifft" von Axel Wagner.

Sinn und Nutzen von Nationalparks werden von Gegnern und Befürwortern immer wieder heiß diskutiert. Dabei lassen sich drei Knackpunkte ausmachen:

1. Die Jagd

Jagd im Nationalpark? Das klingt wie ein Widerspruch in sich - ist aber Realität. Denn Natur bedeutet Wild, und Wild verursacht immer auch Schäden an Bäumen. Im Nationalpark ist es an sich egal, wenn der Hirsch die Rinde anfrisst, es ist sogar gewünscht. Aber das Gelände ist nicht eingezäunt, sodass die Tiere den Park verlassen können und dann in den umliegenden Forsten Schäden anrichten. Deshalb dürfen sie dennoch im Nationalpark gejagt werden – Kompromisslandschaft nennt sich das. Ein großes Politikum! Der Baden-Württembergische Umweltminister Franz Untersteller möchte die Jagd im Nationalpark möglichst bald einschränken - so erklärt er es gegenüber dem SWR.


2. Der Tourismus

In den Nationalparks muss einerseits die Natur besonders geschützt werden, andererseits sollen Touristen kommen und auch wirtschaftlichen Nutzen bringen. Das in Einklang zu bringen ist nicht immer leicht. Problematisch ist zum Beispiel, wenn im Juni der Auerhahn seine Jungen aufzieht und Wanderer durch das Gebiet streifen. Da ist es dann Aufgabe der Park-Ranger, die Touristen so zu informieren, dass sie sich rücksichtsvoll verhalten.

ddd

3. Der Borkenkäfer

Borkenkäferbefall ist in vielen deutschen Forstgebieten ein Problem. Kritiker hatten befürchtet, dass sich die Tiere in den Nationalparks unkontrolliert ausbreiten würden. Im Nationalpark Harz ist das auch tatsächlich so, im Schwarzwald bisher nicht: Hier gibt es zwar sogenannte Käfernester, also Gebiete, in denen Gruppen von zehn bis zwanzig Fichten befallen sind. Das kann man auf Luftaufnahmen sehen. Bisher breiten sie sich nicht aus. Das liegt aber auch daran, dass die Wetterbedingungen in den letzten fünf Jahren nicht so gut für den Borkenkäfer waren.