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Mit der Vega-Rakete will die ESA nach einem Fehlstart im vergangenen Sommer möglichst viele Satelliten gleichzeitig ins All bringen.

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Von den USA sagt man, sie seien die ersten mit Menschen auf dem Mond gewesen. Die Russen haben den längsten Weltraumaufenthalt. Die Europäer die am weitesten entfernte Landung auf einem Himmelskörper. Aber auch Indien hält einen Raumfahrtrekord: Mehr als 100 Satelliten hat das Land ins All geschickt. Und zwar alle auf einmal, mit einer einzigen Rakete. Das geht natürlich nur, wenn diese Satelliten recht kleine Exemplare sind. Da viele Satelliten inzwischen aber nur ein paar hundert Gramm wiegen, kann man jetzt auf so hohe Stückzahlen pro Raketenstart kommen. 

 Perlenschnur von Satelliten

Der zur Zeit spektakulärste und sichtbarste Beweis dafür, dass sich da im Satellitengeschäft gerade etwas ändert, sind die regelmäßig in 60er Gruppen ins All geschossenen Starlink-Satelliten des Raumfahrtunternehmens Space Ex. Bis sie sich auf ihre Plätze im Orbit verteilen, sind sie tagelang auch am deutschen Nachthimmel wie eine Perlenschnur zu sehen.  

Wie eine Perlenschnur lassen sich die Satellitenschwärme auch von der Erde aus beobachten. (Foto: Imago,  imago images/Ritzau Scanpix)
Wie eine Perlenschnur lassen sich die Satellitenschwärme auch von der Erde aus beobachten. Imago imago images/Ritzau Scanpix

 Satellitennetzwerk für Internet aus dem All

SpaceX hat gerade als erstes kommerzielles Unternehmen US-Astronauten zur ISS transportiert und ist auch schon dabei, ein Satellitennetzwerk für Internet aus dem All aufbauen, das am Ende aus bis zu 40.000 künstlichen kleinen Erdtrabanten bestehen könnte. Andere Unternehmen verfolgen ähnliche Pläne. Der Aufbau solcher Megakonstellationen ist nur finanzierbar, wenn er über Satellitenmassenstarts ins All organisiert werden kann.  

 

Ganze Schwärme von Satelliten sollen weltweit einen schnelleren Austausch von Daten ermöglichen. (Foto: Imago, imago/Ikon Images)
Ganze Schwärme von Satelliten sollen weltweit einen schnelleren Austausch von Daten ermöglichen. Imago imago/Ikon Images

Vega ist die kleine Schwester der Ariane-Rakete

Dafür braucht es aber auch passende Raketen und an diesem Punkt steigt nun auch Europa ins Geschäft mit den Satellitenschwärmen ein. Es ist die Vega-Rakete, die kleine Schwester der viel bekannteren Ariane, die auf einem Demonstrationsflug um die 50 Satelliten von unterschiedlicher Größe in die Erdumlaufbahn heben soll. 

 Animation: So bringt Vega 50 Satelliten ins All (Quelle: ESA)

Satelliten werden ins All geschubst

Möglich wird das durch eine spezielle Halterung im Laderaum in der Raketenspitze der Vega. Der sogenannte Multidispenser kann je nach Bedarf modular so umgebaut werden, dass er entweder sehr viele kleine oder auch einen Mix aus größeren und kleineren Satelliten aufnehmen kann. 

Mit der Vega-Rakete will die ESA ins Geschäft mit dem Transport ganzer Satellitenschwärme einsteigen. (Foto: Pressestelle, ESA)
Mit der Vega-Rakete will die ESA ins Geschäft mit dem Transport ganzer Satellitenschwärme einsteigen. Pressestelle ESA

Angekommen in der Umlaufbahn werden die Satelliten nacheinander von einem Federmechanismus sanft ins All geschubst. Pro Flug soll die Vega künftig solche Grüppchen auf bis zu drei unterschiedlichen Umlaufbahnen ins All entlassen können.  

 Multidispenser soll in Erdatmosphäre verglühen

Und damit von der Satelliten-Gruppenreise kein unnötiger Weltraumschrott übrigbleibt, stürzt sich der Multidispenser am Schluss von selbst in die Erdatmosphäre um dort zu Verglühen.  

Wegen ungünstiger Witterungsbedingungen wurde der Start der Vega-Rakete mehrfach verschoben. Weitere Informationen zum Start findet man bei der ESA.

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