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Jeden Tag werden es mehr Patient*innen in Deutschlands Krankenhäusern. Die hohen Corona-Infektionszahlen spiegeln sich auf den Intensivstationen wider – und es sterben mehr Menschen an Covid-19.

Pflegekräfte auf Intensivstation mit Coronapatient (Foto: Imago, imago images / xcitepress)
Pflegekräfte auf der Intensivstation behandeln einen Corona-Patienten. Allerdings erkrankt immer mehr Krankenhauspersonal selbst an Covid-19. Imago imago images / xcitepress

Im Herbst infizierten sich eher die Jüngeren mit dem Virus, doch laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) ändert sich das Bild: Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner bleibt inzwischen vor allem in den mittleren Altersgruppen relativ konstant. Bei den jungen Erwachsenen sinkt sie sogar. Auffällig ist, dass sich zur Zeit Seniorinnen und Senioren immer häufiger anstecken, besonders Menschen ab 90 Jahren.

Auf deutschen Intensivstationen liegen mittlerweile deutlich mehr Covid-19-Erkrankte als im Frühjahr. Der Höchststand lag damals bei 2.933 Patientinnen und Patienten. Am 11. Dezember zählte die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) bereits 4.432 Covid-19-Erkrankte auf den Intensivstationen.

Problem des Fachkräftemangels

In Deutschland sind im Moment rund 4.500 Intensivbetten frei. Aufgrund des Pflegekräftemangels können allerdings nicht alle Betten genutzt werden. Die Lage verschärft sich durch immer mehr Covid-19-Erkrankungen des Personals und durch die strengeren Quarantäne-Maßnahmen.

Anschlüsse für die Versorgung mit Atemluft im Krankenhaus (Foto: Imago, imago images / CHROMORANGE)
Besonders viele ältere Personen stecken sich in den letzten Wochen an. Imago imago images / CHROMORANGE

Invasiv beatmet werden zur Zeit rund 60 Prozent der Covid-19-Intensivpatient*innen. Fast jede vierte Person in Intensivbehandlung stirbt. Laut RKI waren 87 Prozent der Gestorbenen 70 Jahre und älter.

Immer mehr Todesfälle in Deutschland

Seit Ende September steigt die Zahl der Todesfälle von positiv auf Covid-19 getesteten Menschen beständig an. In der gesamten 46. Kalenderwoche, also Mitte November, verstarben 1.455. Inzwischen sterben aber allein an einem einzigen Tag mehr als 500 Menschen.

Das Statistische Bundesamt errechnet die sogenannte Übersterblichkeit. Dazu werden die durchschnittlichen Sterbefallzahlen der einzelnen Wochen aus den Jahren 2016 bis 2019 mit den jeweiligen Wochen aus dem Jahr 2020 verglichen.

Ein Bestatter in Schutzkleidung schiebt einen Sarg in einen Leichenwagen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / HELMUT FOHRINGER / APA /)
In Deutschland steigt die Zahl der Todesfälle auf acht Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. picture alliance / HELMUT FOHRINGER / APA /

Mit dem Blick auf die Zahlen von Mitte Oktober bis Mitte November spricht das Statistische Bundesamt von einer leichten Übersterblichkeit für Deutschland. In der Woche vom 9. bis 15. November 2020 starben etwa acht Prozent mehr Menschen als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Allerdings gehen die Statistiker*innen des Bundesamtes davon aus, dass die Übersterblichkeit noch weiter zunehmen wird.

Sehr hohe Übersterblichkeit in Nachbarländern

In anderen europäischen Ländern ist die Lage dramatischer, wie zum Beispiel in der Schweiz und in Belgien. Laut den Statistiken von Euromomo ist dort momentan eine „sehr hohe Übersterblichkeit“ zu beobachten. In der ersten Novemberwoche starben in Belgien über 80 Prozent mehr Menschen als in den vergangenen Jahren. Die Hauptursache sind wohl die Folgen einer Covid-19-Erkrankung.

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