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Illustration einer gesunden (l) und einer von Makrophagen geschädigte Nervenzelle. Bei Multipler Sklerose werden die Nervenzellen beschädigt.

Entzündung des zentralen Nervensystems Was ist Multiple Sklerose?

Von Ulrike Till

Multiple Sklerose, kurz MS, ist bei jungen Erwachsenen eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen – weltweit sind nach Schätzungen von Experten mehr als zwei Millionen Menschen betroffen; in Deutschland leben rund 120.000 Patienten.

Der 30. Mai ist der Tag der Multiplen Sklerose

Merkmale der Multiplen Sklerose

Multiple Sklerose heißt auch "Die Krankheit mit 1.000 Gesichtern". Typische Auffälligkeiten sind unter anderem:

  • Sehstörungen
  • Taubheitsgefühle vor allem in Beinen und Füßen
  • plötzliche Muskelkrämpfe; Betroffene können sich dann nur noch unkoordiniert bewegen
  • extreme Müdigkeit / Kraftlosigkeit
  • Unsicherheit beim Gehen und Stehen

Entzündung des zentralen Nervensystems

Dahinter steckt eine Entzündung des zentralen Nervensystems. Bei den Betroffenen greift das Immunsystem die Schutzschicht von Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark an. Ähnlich wie ein Kabel sind unsere Nervenfasern nämlich von einer Isolierschicht umgeben. Und genau diese sogenannten Myelinscheiden werden bei Multipler Sklerose von körpereigenen Abwehrzellen nach und nach zerstört.

Frauen erkranken häufiger als Männer

Meist treten die ersten Symptome vor dem 40. Lebensjahr auf, Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer. Die Diagnose ist aufwendig, neben neurologischen Tests sind meist auch Aufnahmen im Kernspin und eine Analyse der Rückenmarksflüssigkeit erforderlich.

Computertomografie vom Kopf einer jungen Frau mit Multipler Sklerose. Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer

Computertomografie vom Kopf einer jungen Frau mit Multipler Sklerose. Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer.

MS ist nicht heilbar

Offenbar spielt eine gewisse genetische Veranlagung eine Rolle; Multiple Sklerose ist aber keine Erbkrankheit. Bestimmte Viren und bakterielle Erreger scheinen die Entstehung des Nervenleidens zu begünstigen.

Multiple Sklerose ist nicht heilbar, der Verlauf der Krankheit lässt sich aber mit rund einem Dutzend unterschiedlicher Medikamente verlangsamen. Bei akuten Schüben hilft oft eine hochdosierte Therapie mit Cortison. Auch Cannabis kann die typischen Krämpfe bei MS lindern. Außerdem berichten Patienten von positiven Effekten durch gezieltes Bewegungstraining und therapeutisches Reiten.