Bitte warten...
Forscher wiegen superschwere Schwarze Löcher

Sternenstaub und Schwarze Löcher Abschied vom Starforscher Stephen Hawking

Stephen Hawking wollte eigentlich nur eines wissen: Wie funktioniert das Universum? Jetzt ist der britische Astrophysiker im Alter von 76 Jahren gestorben. Uwe Gradwohl über die wichtigsten Ideen des berühmten Physikers, der mehr als 50 Jahre lang mit der Nervenkrankheit ALS lebte und sich zuletzt nur durch einen Sprachcomputer verständigen konnte.

Weltweite Netzreaktionen zum Tod von Stephen Hawking

Wie funktioniert das Universum? Eine mächtige Frage, auf die es zu dem Zeitpunkt, als Hawking als Wissenschaftler aktiv wurde, sogar schon zwei sehr spannende Antworten gab. Zwei Antworten, die sich allerdings auf unterschiedliche Teilbereiche der Physik bezogen und die leider nicht miteinander verbunden werden konnten.

Hawkings zentrale Frage: Wie funktioniert das Universum?

Die eine Antwort war die Relativitätstheorie. Entwickelt von Albert Einstein beschreibt sie jene Vorgänge im All, bei denen große Massen und Energien im Spiel sind. Den korrekten Verlauf von Planetenbahnen um Sterne beispielsweise. Oder das Verbiegen von Lichtstrahlen in der Nähe von Sternen und Schwarzen Löchern. Und sie spuckt eben auch jene Schwarzen Löcher selbst als Lösung auf die Frage aus, wie das Weltall funktioniert. Die zweite mächtige Theorie, die seit den 1920er Jahren darauf Antworten liefert, ist die Quantenmechanik. Sie beschreibt das Verhalten kleinster, elementarer Teilchen mit verblüffender Genauigkeit.

Stephen Hawking

Stephen Hawking ist tot

Hawking wollte Relativitätstheorie und Quantenmechanik miteinander verknüpfen

Auf der einen Seite also die Relativitätstheorie für die großen Dinge, auf der anderen die Quantenmechanik für die kleinen Dinge. Stephen Hawking arbeitet sein Leben lang daran, die beiden miteinander zu verknüpfen. Er beschrieb mit den Methoden der Quantenmechanik das Verhalten von Schwarzen Löchern. Und stieß dabei auf ein merkwürdiges Ergebnis: Schwarze Löcher sollten demnach nicht alles, was ihnen zu nahe kam, auf Nimmerwiedersehen verschlucken sondern selbst auch etwas abgeben.

Denn nach Hawkings Theorie sind Schwarze Löcher nicht ganz schwarz. Sie sind ein klein wenig wärmer als der absolute Nullpunkt und strahlen deshalb Wärmestrahlung ab. Über sehr lange Zeiträume sollten sich Schwarze Löcher deshalb auch wieder auflösen. Sie verdampfen sozusagen.

Forscher wiegen superschwere Schwarze Löcher

Forscher haben superschwere Schwarze Löcher mit der 450-millionenfachen Masse der Sonne gewogen

Kein experimenteller Nachweis für Hawkings Theorie

Bis heute ist es allerdings nicht bewiesen, dass sich Schwarze Löcher tatsächlich so verhalten, wie Stephen Hawking es beschrieben hat. Die nach ihm benannte Hawking-Strahlung der Schwarzen Löcher kann bislang experimentell nicht nachgewiesen werden. Ohne experimentellen Nachweis aber gab es auch keinen Nobelpreis für Hawking. Er fand das nicht so schlimm.

Mehr gestört haben dürfte ihn, dass er zwar erfolgreich ein Objekt der Relativitätstheorie, nämlich das Schwarze Loch, mit den Mitteln der Quantentheorie beschrieben hatte – dass aber für die Physik insgesamt diese Fusion aus der Theorie für die ganz großen Objekte des Alls einerseits und der Theorie für die Vorgänge im Innersten der Materie immer noch nicht gelungen ist. Diesen großen Wurf hätte Hawking bestimmt gerne noch erlebt.