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Totale Mondfinsternis - blutmond

Kommerzialisierung der Raumfahrt SpaceX nominiert ersten Mond-Passagier

Der US-amerikanische Weltraumunternehmer Elon Musk war etwas nervös, als er den Japaner Yusaku Maezawa als ersten zahlenden Passagier für einen Flug um den Mond vorstellte. Yusaku Maezawa soll mit der von Musks Firma gebauten Big Falcon Rocket und dem Big Falcon Spaceship den Mond erreichen.

Die Raketen-Raumschiff-Kombi wird beim Start 118 Meter hoch in den Himmel ragen. Das Raumschiff löst sich nach dem Start von der Raketenspitze, fliegt zum Mond, umkreist ihn einmal und kehrt ohne auf dem Erdtrabanten zu landen zur Erde zurück. Eine ähnliche Mission flogen die Apollo 8 Astronauten vor 50 Jahren zur Vorbereitung der Mondlandung.

Neue Rakete für die Mondfahrt

Space X entwickelt für diese Mission nun eine komplett neue Rakete — was eigentlich nicht nötig wäre, denn das Unternehmen hat seit Jahren im Auftrag der NASA mit seinen Falcon Raketen und den Dragon Raumfrachtern regelmäßig Fracht zur lSS transportiert. Bis zum Frühjahr 2019 soll eine Dragon Version auch für den Transport von Astronauten zertifiziert sein. Dieser sogenannte "Crew Dragon" wäre technisch durchaus in der Lage, Menschen zum Mond und zurück zu bringen. Und mit der
Falcon Heavy verfügt SpaceX auch über eine potentielle Mondrakete.

Pressekonferenz von SpaceX

Mondfahrt soll Künstler inspirieren

Trotzdem verzichtet SpaceX Chef Musk gerne auf die Möglichkeit, seinen zahlungswilligen japanischen Kunden im Crew Dragon um den Mond kreisen zu lassen. Denn in den Crew Dragon passen nur 2 Mondfahrer. In das "Big Falcon Spaceship" dagegen bis zu 100. Das ist ein Projekt nach Musks Geschmack.

Der Modeunternehmer und Kunstsammler Yusaku Maezawa will seine Reise nicht alleine antreten, sondern sechs bis acht Topkünstlern aus verschiedenen Kunstgattungen den Mitflug zum Mond spendieren. Für sie soll die Reise um den Mond eine nie dagewesene Inspiration für ihr weiteres künstlerisches Schaffen sein.

Auch ein Tesla Roadster Sportwagen soll mit der Falcon Heavy Rakete ins All befördert werden

SpaceX Chef Elon Musk schickt nicht nur Menschen, sondern auch Autos ins All, so wie diesen Tesla Roadster Sportwagen mit der Falcon Heavy Rakete im Februar 2018

Fernziel: Aufbau einer Marskolonie

Eine erste Anzahlung für den Flugpreis hat Maezawa bereits geleistet, über deren Höhe schweigt er sich aus. Die Gesamtkosten der Raumschiffentwicklung schätzt Musk auf 5 Milliarden Dollar. Maezawas Beitrag dazu sei signifikant, sagt Musk.

Starten soll die Reise im Jahr 2023. Aber die zeitlichen Unwägbarkeiten seien groß, gab Musk bei der Pressekonferenz zu Bedenken. Und die Reise sei gefährlich.

Musk sieht sich mit diesem Flug auf einem guten Weg seinem Traum näher zu kommen, dem Menschen zu einer den Weltraum besiedelnden Spezies zu machen. Sein Fernziel: Der Aufbau einer Marskolonie mit Hilfe des jetzt zu entwickelnden Riesenraumschiffs, das auf einen Schlag hundert Siedler dorthin transportieren könnte.

Doch zunächst gilt es nur für SpaceX, Yusaku Maezawa und bis zu acht Künstler sicher zum Mond und zurück zu bringen.