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Auch in Japan gibt es hoch entwickelte, technisch ausgereifte Roboter-Puppen durchaus gefragt

Maschinen-Liebe Sex mit Robotern ethisch fragwürdig

Möglichst menschenähnliche Sexroboter stumpfen ihre Benutzer ab. Wer sich daran gewöhnt, verliert den Blick für die Realität und betrachtet Frauen eher als Objekte, glaubt die IT-Rechtsexpertin und Wissenschaftsphilosophin Iris Phan aus Hannover.

Wird das Thema Sex mit Robotern tabuisiert?

Das Thema wird immer noch klein geredet, als Vision abgetan, aber tatsächlich sind diese Roboter ja schon da, es werden immer mehr von ihnen auf den Markt gebracht, gerade in Ländern wie Japan, Südkorea und den USA gibt es schon viele. Die Gesellschaft sollte sich dem Thema stellen, um sich über die ethischen Gefahren klar zu werden.

Sexroboter haben eine menschenähnliche Figur, mit Schamhaaren an bestimmten Stellen, mit fast menschlich aussehender Haut, sie wiegen circa 40 Kilo, und wenn man die Haut dieser Roboter oder Puppen berührt, dann erwärmt sie sich an der Stelle und es gibt sogar taktile Reaktionen, die Puppe kann zum Beispiel einen Laut äußern.

Sex-Puppen-Fabrik in den USA

Sex-Puppen-Fabrik in den USA

Wo liegen für Sie die ethischen Probleme von Sexrobotern?

Ich sehe zwei größere ethische Probleme. Es geht um das Menschenbild. Wir könnten neue Menschenbilder verinnerlichen: Frauen mit großen Brüsten, mit einer super Taille, Männer mit breiten Schultern, Muskeln und großem Penis - das ist das Ideal der Makellosigkeit, das es in der Natur ja niemals gibt, weil kein Mensch perfekt ist. Aber diese Roboter sind perfekt und verkörpern unmenschliche Ideale. Man übt so falsche Erwartungen an „echte“ Menschen ein.

Das andere ist: Wir gehen ja im Grunde mit Sachen um, Sexroboter sind ja Objekte, die wir bedienen und die wir kontrollieren können, mit denen wir unsere Bedürfnisse befriedigen können. Und auch hier gibt es die Gefahr, dass wir „echte“ Menschen mit bloßen Objekten verwechseln und so ein falsches Menschenbild einüben.

Köpfe der Sexpuppe "Real Doll" in der Fabrik

Vielfältige Variationen möglich: Köpfe der Sexpuppe "Real Doll" in der Fabrik.


Gibt es nicht auch Vorteile?

Ja, Menschen, die einfach keinen Partner finden oder die besondere Bedürfnisse haben, denen kann mit diesen Robotern geholfen werden, da sehe ich durchaus positive Aspekte, ebenso so übrigens beim Einsatz von Robotern in der Pflege. Wobei man grundsätzlich die negativen und die positiven Folgen zum jetzigen Zeitpunkt nicht ganz abschätzen kann.