Eine Sepsis (umgangssprachlich: Blutvergiftung) kann tödlich enden. (Foto: IMAGO, imago/PantherMedia / Randolf Berold)

Vorsicht Blutvergiftung

Sepsis: Oft unerkannt, immer gefährlich

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Lilly Zerbst
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Ralf Kölbel

Pro Jahr erkranken rund 320.000 Menschen in Deutschland an einer Sepsis. Jeder Fünfte stirbt daran. Was ist eine Sepsis, was sind die Warnzeichen und was kann man tun?

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Eine Sepsis ist hierzulande die dritthäufigste Todesursache. Auch Überlebende leiden nicht selten an schwerwiegenden Folgeschäden. Mehr als 30 Prozent der Betroffenen werden Pflegefälle. Oft wäre das vermeidbar, durch Prävention und rechtzeitiges Erkennen und Behandeln. Der Welt-Sepsis-Tag am 13. September soll die Aufmerksamkeit darauf lenken und über mögliche Warnsignale informieren.

Sepsis kann zu Multiorganversagen führen

Eine Sepsis ist immer ein Notfall. Sie kann jeden treffen und auch Kinder sind häufig betroffen. Denn jede Infektion kann zu einer Sepsis werden - dann nämlich, wenn der Körper die anfangs lokale Infektion – zum Beispiel eine infizierte Wunde oder ein Bakterienbefall – nicht mehr eindämmen kann und das Ganze unbehandelt bleibt. Der Erreger kann sich so ungestört breit machen und in die Blutbahn eindringen. Man spricht umgangssprachlich auch von einer Blutvergiftung.
Der Körper ist dann im absoluten Alarm-Modus: Das innere Abwehrsystem läuft auf Hochtouren und greift dann auch die eigenen Organe an. Ohne Behandlung führt das immer zu Multiorganversagen und zum Tod.

Eine Sepsis (umgangssprachlich: Blutvergiftung) kann tödlich enden. Wichtig ist daher eine gute Wundversorgung. (Foto: IMAGO,  imago images/robertprzybysz)
Eine Sepsis (umgangssprachlich: Blutvergiftung) kann tödlich enden. Wichtig ist daher eine gute Wundversorgung. imago images/robertprzybysz

Das sind die Warnsignale für eine Sepsis

Je früher die Sepsis erkannt wird, desto höher sind die Überlebenschancen und desto niedriger das Risiko für Folgeschäden – jede Minute zählt.

Wichtige Warnmerkmale sind:

  • extremes Unwohlsein,
  • Verwirrtheit,
  • Kurzatmigkeit,
  • Herzrasen,
  • Probleme beim Wasserlassen,
  • Fieber,
  • Schüttelfrost und blasse oder fleckige Haut.
  • Bei Neugeborenen kann sich die Sepsis außerdem durch Appetitlosigkeit, wiederholtes Erbrechen, Durchfall und Krampfanfälle äußern.

Schon wenn nur zwei Symptome vorliegen, sollte man umgehend den Notarzt alarmieren und direkt nachfragen: „Könnte es eine Sepsis sein?“. Die Frage kann Leben retten. Denn oft bleibt eine Sepsis zu lange unerkannt, selbst von medizinischem Personal.

Eine Sepsis wird oft zu spät erkannt. Daher ist es wichtig, mögliche Warnsignale zu kennen. (Foto: IMAGO, imago/Panthermedia)
Eine Sepsis wird oft zu spät erkannt. Daher ist es wichtig, mögliche Warnsignale zu kennen. imago/Panthermedia

Frühzeitige Behandlung und Prävention könnte viele Todesfälle verhindern

Mindestens 15.000 der jährlich 75.000 Sepsis-Todesfälle in Deutschland gelten als vermeidbar, durch frühzeitige Behandlung und durch Prävention. Bei einer akuten Sepsis, die durch eine Bakterieninfektion ausgelöst wird, kann ein Antibiotikum helfen. Antibiotika können aber auch präventiv verabreicht werden, um die Infektion direkt einzudämmen und einer Sepsis vorzubeugen.

Bakterielle Infektionen und insbesondere Virusinfektionen, bei denen Antibiotika generell nicht anschlagen, lassen sich zum Teil aber auch mit Impfungen mildern oder ganz verhindern – auch so lässt sich eine Sepsis verhindern. Zusätzlich hilft aber auch das, was derzeit zur Eindämmung der Corona-Pandemie sowieso schon gilt: und zwar Hände waschen, allgemeine Hygiene beachten und hier auch Wunden sorgfältig versorgen und Lebensmittelhygiene einhalten, sodass eine Infektion gar nicht erst auftritt.

Fast 60 Prozent der Patienten mit schwerem COVID-19-Verlauf können eine Sepsis bis hin zum septischen Schock entwickeln. Bei ausreichendem Impfschutz ist das Risiko einer solchen schweren Komplikation geringer. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / photothek)
Fast 60 Prozent der Patienten mit schwerem COVID-19-Verlauf können eine Sepsis bis hin zum septischen Schock entwickeln. Bei ausreichendem Impfschutz ist das Risiko einer solchen schweren Komplikation geringer. picture alliance / photothek

Blutvergiftung: Was tun bei einer Sepsis?

Rund 320.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an einer Blutvergiftung, auch Sepsis genannt. Bakterien oder Viren gelangen ins Blut und breiten sich im ganzen Körper aus. Mit zum Teil lebensbedrohlichen Folgen. Doch nicht immer ist klar, woher die Blutvergiftung kommt. So auch bei Danny Flemming, der zuerst eine Lebensvergiftung vermutete, bis sich sein Zustand plötzlich dramatisch verschlechterte.  mehr...

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