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Astronomie Schwarzes Loch gefräßiger als bisher

Das schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße wird hungriger. Das vermuten Wissenschaftler dank neuer Aufnahmen, die die Aktivität im Zentrum zeigen.

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Astronomie

Schwarzes Loch gefräßiger als bisher

Uwe Gradwohl / SWR Wissen

Das Schwarze Loch im Herzen der Milchstraße ist normalerweise sehr genügsam. Aber im Mai gönnte es sich ein reichhaltiges Mahl. Es strahlte doppelt so hell wie sonst. Forscher meinen, dass das Loch Sterne geschluckt haben könnte.

Es sind, für den Laien, unspektakuläre, flackernde Schwarzweißaufnahmen, die Wissenschaftler gerade in Aufregung versetzen. Sie zeigen, wie das schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße für kurze Zeit aufleuchtet.

Helligkeitsausbruch erstmals beobachtet

Das Leuchten entsteht so: Alles, was in die Nähe des schwarzen Lochs gerät, kann darin verschwinden. Dabei werden Gas und Staub so stark erhitzt, dass sie hell aufleuchten. In den vergangenen Jahren wurde aber noch nie ein solcher Helligkeitsausbruch beobachtet.

Für die Wissenschaftler der Universität von Kalifornien sind die Aufnahmen deshalb umso bedeutsamer. Das Leuchten weist darauf hin, dass das schwarze Loch zurzeit ungewöhnlich viel Materie verschlingt. Was genau, bleibt unklar. Die Forscher sind sich auch noch nicht sicher, aus welchem Grund das schwarze Loch gerade so viel Gas und Staub verschluckt.

Schwarzes Loch

Schwarze Löcher verschlingen riesige Mengen von Materie

Intensität ist außergewöhnlich

Prinzipiell ist es nicht ungewöhnlich, dass das schwarze Loch viel Materie verschlingt. „Ungefähr eine Erde pro Jahr wird an Masse aufgesogen“, sagt Johann Anton Zensus vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Aber die hohe Intensität, die jetzt gemessen wurde, ist tatsächlich außergewöhnlich.

Die Erde kann dabei aber nicht in Gefahr geraten, denn das Zentrum der Milchstraße ist 26.000 Lichtjahre entfernt. Zu weit, als dass das Geschehen dort die Erde beeinflussen könnte.