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Neue Auswertung der Pisa-Studie Deutsche Neuntklässler sind gute Teamplayer

Deutsche Schülerinnen und Schüler können schwierige Probleme besser gemeinsam in Gruppen lösen als Schüler in vielen anderen Ländern. Das ist das Ergebnis der jüngsten Pisa-Auswertung. Dabei wurden Jugendliche auf ihre Fähigkeit zur Problemlösung im Team getestet.

Zum ersten Mal hat eine Pisa-Studie untersucht, wie teamfähig Schülerinnen und Schüler sind. Dabei wurden rund 125.000 Neuntklässler aus 52 Ländern getestet. Untersucht wurde: wie gut die Schüler als Gruppe zusammenarbeiten, welche Einstellung sie bezüglich der Zusammenarbeit haben und inwieweit Geschlecht, außerschulische Aktivitäten oder sozialer Hintergrund die Ergebnisse beeinflussen. Die 15- Jährigen bekamen am Computer Aufgaben gestellt, für deren Lösung sie mit mehreren anderen zusammenarbeiten mussten.

Mädchen sind besser im gemeinsamen Problemlösen

Mädchen schaffen es länderübergreifend deutlich besser als Jungen gemeinsam Probleme zu lösen. In PISA 2012, wo individuelle Problemlösungskompetenz abgefragt wurde, hatten dagegen Jungen besser abgeschnitten als Mädchen. Selbst wenn sie den Mädchen den Rang nicht ablaufen können, schneiden deutsche Jungs im Pubertätsalter immer noch überdurchschnittlich gut ab.

Beim Problemlösen im Team rangiert Deutschland zwischen dem siebten und zehnten Platz von insgesamt 52 Bildungssystemen. Ähnlich gut haben auch die USA, Großbritannien und Dänemark abgeschnitten. Spitzenreiter bei der Teamarbeit sind die Neuntklässler aus Singapur und Japan. Deutsche Schüler sind gute Teamplayer. Das ist das Ergebnis der jüngsten Pisa-Auswertung. Untersucht wurde wie gut Kids Probleme im Team lösen.

jugendliche in der schule

Jugendliche gehen mit dem Leistungsdruck pragmatisch um.


Im Teamwork besser als in Mathe oder Lesen

Interessant ist, dass die deutschen 15 Jährigen in Sachen Teamwork bessere Noten eingefahren haben als in den klassischen PISA-Abfragebereichen Lesen, Mathe und Naturwissenschaften. Und die Fähigkeit zum Problemlösen scheint nicht von der Herkunft der Kids abzuhängen. Denn der Test ergab keinen signifikanten Unterschied in der Leistung von sozial begünstigten oder benachteiligten Schülern oder zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund. Höhere Vielfalt im Klassenzimmer ist jedoch tendenziell mit besseren Fähigkeiten zur Zusammenarbeit verbunden. So erzielen in einigen Ländern Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund bessere Leistungen, wenn sie Schulen mit einem größeren Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund besuchen.

Zwei Schüler sitzen in einem Klassenzimmer und arbeiten mit einem Laptop.

Soziale Kompetenzen werden in der Schule immer wichtiger.

Sportlerinnen und Sportler arbeiten gerne mit anderen

Schülerinnen und Schüler, die am Sportunterricht teilnehmen oder außerhalb der Schule Sport treiben, haben insgesamt eine positivere Einstellung zur Zusammenarbeit. Wer dagegen außerhalb der Schule Videospiele spielt, schneidet bei der Problemlösung im Team etwas schlechter ab als Schüler, die dies nicht tun. Auf der anderen Seite erzielen Schüler, die außerhalb der Schule das Internet oder soziale Netzwerke benutzen, leicht bessere Testergebnisse als andere Schüler.

Soziale Kompetenzen sollen größeren Stellenwert bekommen

Die Bedeutung sozialer Kompetenzen am Arbeitsmarkt nimmt zu, erklärt die OECD, die die Pisa-Studien organisiert. Deshalb wurde zum ersten Mal eine Pisa-Studie daraufhin ausgewertet "Abfragewissen verliert dramatisch an Relevanz, weil Google das besser kann," warnt der Pisa-Chefkoordinator der OECD, Andreas Schleicher. OECD-Generalsekretär Angel Gurría fordert: "In einer Welt, in der soziale Kompetenzen einen immer größeren Stellenwert einnehmen, müssen die Bildungssysteme diese Fähigkeiten systematisch quer über den Lehrplan der Schule hinweg fördern".