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90 Jahre "Tempo"-Taschentücher Sind Stofftaschentücher wirklich unhygienisch?

Als das Tempo-Taschentuch eingeführt wurde, lautete ein Verkaufsargument auch: Mit Stofftaschentüchern stecke man sich immer wieder selbst an und verlängere die Krankheit. Stimmt das? Und sind Stofftaschentücher wirklich so unhygienisch wie oft behauptet wird?

Es kommt zum einen auf die Art des Schnupfens an. Bei einem richtigen infektiösen Virus-Schnupfen ist schon Zurückhaltung geboten mit Stofftaschentüchern.

Nicht weil man sich selbst nochmal anstecken könnte. Das passiert nicht, denn wenn der Schnupfen erstmal da ist, sind ja auch die Erreger längst im Körper und der hat schon angefangen Abwehrkräfte dagegen zu entwickeln. Da machen ihm die paar zusätzlichen Keime im Taschentuch auch nichts mehr aus.

Anderen Menschen aber schon. Ein benutztes Taschentuch in der warmen Hosentasche ist ein Paradies für Krankheitserreger, und wenn man es dann zum nächsten Schnäuzen aus der Tasche herausholt, wedelt man die Keime unter Umständen durch die Luft und stecken andere Menschen an.

Anders ist es bei Allergien: ein Heuschnupfen ist nicht ansteckend. Ebensowenig eine winterliche Triefnase, die einfach nur auf Kälte reagiert, bei der aber keine Krankheitserreger im Spiel sind. In solchen Fällen kann man guten Gewissens zum Stofftaschentuch greifen. Sicherheitshalber sollte man aber auch die regelmäßig waschen – und wenn man auf Nummer sicher gehen will - Bügeln. Kein Witz! Nicht aus Ordnungsliebe, sondern weil das Bügeln mögliche Keime, die die 60-Grad-Wäsche überlebt haben, auf jeden Fall noch mal vernichtet.