Insekten: Besserwisser-Wissen Deshalb können Käfer nicht wachsen!

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Ein auffallend kleiner Marienkäfer - ist der einfach sehr jung? Nein. Denn ein Käfer kann nicht wachsen - wahrscheinlich hatte der kleine Käfer nur keine angenehme Kindheit...

Marienkäfer (Foto: Imago / Blickwinkel - Imago / Blickwinkel)
Nicht alle Marienkäfer der gleichen Art sind auch gleich groß - mit dem Alter hat das aber nichts zu tun. Imago / Blickwinkel - Imago / Blickwinkel

Auch beim Menschen sehen Kinder anders aus als Erwachsene. Aber: Man erkennt auf den ersten Blick, dass sie zur selben Art gehören. Bei Käfern ist das anders, die "Kinder", bzw. Larven, unterscheiden sich stark von den erwachsenen Tiere - dazwischen liegt eine vollständige Verwandlung.

Der Clou: Das Wachstum ist mit der letzten Verwandlung von der Larve zum geschlechtsreifen Tier abgeschlossen. Ein Käfer wächst nicht mehr! Auch eine Biene oder Fliege bleibt für den Rest ihres Lebens genau so groß wie direkt nach der Verpuppung. Das gleiche gilt für Schmetterlinge, Ameisen und eine Vielzahl weiterer Insektenfamilien.

Die Marienkäfer-Verwandlung: So wird aus einem Löwen ein Käfer

Das Ergebnis von Marienkäfer-Sex ist beachtlich: Bis zu 400 Eier legt ein Weibchen pro Saison! Das Video zeigt, warum die Käfer als „Geschenk Mutter Gottes“ verehrt werden.

Wer wachsen will, muss sich häuten!

Während beim Menschen die Knochen innen liegen, ist das Skelett bei den Insekten außen - genannt Exoskelett. Ihr Körper ist von einem relativ harten Panzer aus Chitin umgeben. Der ist nicht dehnbar und kann nicht mitwachsen. Um größer zu werden, müssen sich die Larven von Insekten häuten: Die alte, feste Haut wird abgestreift, darunter hat sich eine neue Haut gebildet.

Kartoffelkäfer-Larven bei der Häutung (Foto: Imago / Blickwinkel - Imago / Blickwinkel)
Auch Kartoffelkäfer müssen sich häuten, um ihre festes Außen-Skelett loszuwerden und weiter wachsen zu können. Imago / Blickwinkel - Imago / Blickwinkel

Die ist im ersten Moment noch elastisch und dehnbar. Das nutzt die Larve, um sich „aufzupumpen“ und ein Stück zu wachsen. An der Luft härtet die Chitinschicht dann aus, und erst mit der nächsten Häutung kommt der nächste Größenzuwachs. Wenn sich Insekten erst einmal in das erwachsene Tier verwandelt haben, häuten sie sich nicht mehr - und können somit auch nicht mehr wachsen.

Die Größe hängt von der Kindheit ab

Trotzdem sind nicht alle Käfer einer Art gleich groß - es gibt zum Beispiel große und kleine Marienkäfer. Woran liegt das? Mit ihrem Alter hängt das nicht zusammen, sondern: Wenn ein Käfer besonders groß ist, dann ist das ein Hinweis darauf, dass er eine angenehme Kindheit hatte – mit viel Futter, optimalen Temperaturen, wenig Stress. Wer als Larve eher am Hungertuch nagte, konnte nicht die entsprechenden Energiereserven bilden. Bei den Verwandlungen reicht es dann eben nur für einen kleineren Käferkörper.

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