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Asteroiden können der Erde gefährlich werden. Um die Gesteinsbrocken im All besser zu verstehen, soll die Raumsonde OSIRIS REx eine Bodenprobe des Asteroiden Bennu einsammeln.

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Pusten ist im All besser als Saugen

Die NASA-Sonde OSIRIS REx soll eine Gesteinsprobe eines Asteroiden einsammeln. Sie wird dazu aber nicht landen, sondern versuchen, aus geringer Flughöhe Material aufzunehmen, und zwar mit Hilfe eines Roboterarms, an dem eine Art Blasrohr befestigt ist.

Bereits seit fast zwei Jahren umkreist die Sonde OSIRIS REx ihren Ziel-Asteroiden Bennu. Dieser ist rund 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. OSIRIS REx startete 2016 zu ihrer insgesamt siebenjährigen Rundreise zum Asteroiden Bennu und zurück. Der Asteroid Bennu stammt aus der Urzeit unseres Sonnensystems und er besteht aus Material, das sich seitdem fast nicht verändert hat.

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Ein Filter sammelt Asteroiden-Material

Das Asteroidengestein ist daher ein Schatz für Forscherinnen und Forscher, die mehr über die Entstehung unseres Sonnensystems erfahren wollen. Um ein Stückchen dieses Schatzes zu bergen, wird die Sonde für fünf Sekunden den Asteroiden mit ausgestreckten Roboterarm berühren und mit viel Druck Stickstoff-Gas aus einem Rohr ausstoßen.

Der Gasdruck soll Material von der Oberfläche aufwirbeln. Ein Staubsauger würde im Vakuum des Alls nicht funktionieren, deshalb ist der Plan, das aufgewirbelte Material mit Hilfe eines Filters einzusammeln.

An dieser Stelle des Asteroiden Bennu soll die Sonde OSIRIS REx ihre Proben entnehmen. (Foto: Imago, imago/NASA)
An dieser Stelle des Asteroiden Bennu soll die Sonde OSIRIS REx ihre Proben entnehmen. Imago imago/NASA

Es wurden schon einige Asteroiden erforscht

Bereits vor zehn Jahren hat eine japanische Sonde das Kunststück geschafft, wenigstens ca. 1500 winzige Partikel von einem Asteroiden aufzunehmen und zur Erde zu bringen. Eine zweite japanische Sonde soll diesen Dezember mit immerhin einem zehntel Gramm Asteroidenmaterie zur Erde zurückkehren.

Die NASA will aber jetzt mit der OSIRIS REx Sonde in ganz neue Sammeldimensionen vorstoßen und mindestens 60 Gramm oder, wenn es sehr gut läuft, bis zu 2 kg Asteroidenmaterial einsammeln. Vielleicht finden sich im Gestein aus dem All sogar organische Moleküle oder Wasser. Beides könnten Asteroide auf die junge Erde gebracht haben.

Der Asteroid Bennu ist nicht der erste Asteroid, der erforscht wurde. Doch so viel Material wie jetzt wohl bei  Bennu, hat bisher niemand von einem Asteroiden eingesammelt. (Foto: Imago, imago/NASA)
Der Asteroid Bennu ist nicht der erste Asteroid, der erforscht wurde. Doch so viel Material wie jetzt wohl bei Bennu, hat bisher niemand von einem Asteroiden eingesammelt. Imago imago/NASA

Spuren von Abflussrinnen auf der Asteroiden-Oberfläche

Die Rückkehr zur Erde ist für September 2023 geplant. Während der fast zwei Jahre dauernden Umkreisung durch OSIRIS REx hat sich Bennu bereits als sehr interessantes Forschungsobjekt erwiesen.

So fand die Sonde deutliche Spuren von Abflussrinnen an seiner Oberfläche. Womöglich verflüssigte sich bei früheren Annäherungen an die Sonne Wassereis im Innern des Asteroiden und trat in kleinen Rinnsalen an die Oberfläche, bevor es im Vakuum des Alls verdampfte.

Große Asteroiden könnte der Erde gefährlich werden

Bennu ist einer jener Asteroiden, die in ferner Zukunft auch der Erde gefährlich nahekommen könnten. Herauszufinden, wie fest oder locker sein Gestein zusammengefügt ist, könnte hilfreich sein, um wirksame Abwehrmaßnahmen, beispielsweise durch Beschuss, zu planen.

Asteroiden könnten eine Bedrohung für die Erde sein. (Computer Illustration) (Foto: Imago,  imago images/Science Photo Library)
Asteroiden könnten eine Bedrohung für die Erde sein. (Computer Illustration) Imago imago images/Science Photo Library
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