Raumfahrt

US-Marsrover schickt einzigartige Video- und Tonaufnahmen zur Erde

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Die Aufnahmen, die der Mars-Rover „Perseverance“ zur Erde geschickt hat, sind einzigartig: Erstmals ist zu sehen, wie sich ein Raumfahrzeug auf dem Mars landet. Erstmals lässt der Mars auch von sich hören.

Die Videos, die Perseverance zur Erde geschickt hat, sind einzigartig in der Raumfahrtgeschichte. Erstmals ist zu sehen, wie sich ein Raumfahrzeug auf die Oberfläche eines unserer Nachbarplaneten abseilt. Der Rover hing während der Prozedur an einer Plattform, die in ca. sieben Meter Höhe über der Marsoberfläche von Bremsraketen in der Schwebe gehalten wurde.

An der Unterseite dieses Sky Crane, zu Deutsch „Himmelskran“, genannten Plattform, befand sich eine Kamera. Diese filmte, wie sich der Rover, an drei Kunststoffseilen hängend, dem Marsboden näherte und schließlich, in eine gewaltige Staubwolke gehüllt, aufsetzte.

Auch der Gegenschuss gelang: Der Rover filmte den schwebenden Sky Crane, bis dieser die Seile kappte und davon flog um in sicherer Entfernung vom Rover niederzugehen. Es gelang den NASA-Technikern auch das Entfalten des Fallschirms bei 1.500 Kilometer pro Stunden Fluggeschwindigkeit nach dem Eintritt in die Marsatmosphäre zu filmen.

Ton und Video helfen Technik zu überprüfen

Alle diese Aufnahmen liefern nun wertvolle Hinweise darauf, ob die komplizierte Technik der Landung auf dem Mars tatsächlich so reibungslos klappte, wie es zunächst den Anschein hatte. Das Video deckte beispielsweise auf, dass eine der Federn, die den Hitzeschild von der Landekapsel lösen sollte, abgebrochen war.

Ein Mikrofon an der Rückseite der Landekapsel lieferte keine Tonaufnahmen vom Abstieg auf die Oberfläche – dafür aber schickte ein direkt am Rover montiertes Mikrofon erste Sounds vom Mars. Zu hören ist das Sirren der Rover-Elektronik und das dumpfe Grollen einer Mars-Windböe. Mithilfe von Tonaufnahmen wollen die Ingenieurinnen und Ingenieure noch besser kontrollieren, ob an all den beweglichen Teilen des Rovers nichts reibt oder hakelt.

Hobbyforscher sollen bei der Bild-Auswertung helfen

Die NASA hat nun auch erste Fotos der Marsoberfläche am Landeplatz von Perseverance ins Netz gestellt. Hobbyforscher sind aufgerufen, sie zu bearbeiten und der NASA so bei der Auswertung des Materials zu helfen.

All die Videos, Audios und Fotos kann Perserverance nicht direkt zur Erde schicken, sondern benötigt dazu immer einen Satelliten in der Marsumlaufbahn, der als Vermittlungsstelle dient. Die NASA dankte in diesem Zusammenhang auch der ESA für die Zusammenarbeit, denn die Europäer stellen ihren Trace Gas Orbiter, der eigentlich die Marsatmosphäre untersucht, sozusagen im Zweitjob als sehr leistungsstarken Relaissatelliten zur Verfügung.

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