Umweltbelastung Stadt- oder Landleben - was ist besser für die Natur?

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Das Leben in der Stadt ist praktisch. Das Angebot ist groß, die Wege sind kurz. Doch viele Stadtbewohner träumen von etwas anderem: vom Eigenheim im Grünen. Aber was ist besser für die Umwelt?

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Die Folgen des ländlichen Baubooms

Ein durchschnittliches Eigenheim raubt der Natur durch seine Grundfläche rund 100 Quadratmeter Boden. Das scheint auf den ersten Blick nicht viel. Aber: Wo neue Siedlungen entstehen, braucht es neue Straßen, Kindergärten, Schulen, Supermärkte und vieles mehr. In Deutschland summiert sich der sogenannte Flächenverbrauch auf gut 250 Quadratkilometer pro Jahr. Das entspricht in etwa der Fläche einer Stadt in der Größe von Erfurt, Dortmund oder Frankfurt am Main. Zur verbrauchten Fläche kommen weitere Belastungen für die Umwelt. Wer im ländlichen Umfeld einer Stadt mobil sein will, ist meist aufs Auto angewiesen. Denn der Job ist oftmals in der Stadt. Und öffentliche Verkehrsmittel sind auf dem Land häufig Mangelware. Etwa 20 Millionen Pendler fahren in Deutschland mit dem PKW zur Arbeit – und belasten die Umwelt mit geschätzten 100.000 Tonnen CO2 pro Tag.

Umweltfreundlich in der Stadt

Aus Sicht der Natur wäre es daher besser, wir würden ganz einfach in der Stadt wohnen bleiben. Hier nehmen wir der Natur relativ wenig Fläche weg. Denn der Wohnraum ist ja schon da. Und: Er geht hier nicht nur in die Breite, sondern vor allem in die Höhe. Das spart Grund und Boden. Ein Beispiel: Ein fünfgeschossiges Stadthaus hat etwa 200 Quadratmeter Grundfläche. Bei 4 Bewohnern pro Stockwerk, also 20 Bewohnern insgesamt, benötigt jeder rechnerisch gerade einmal 10 Quadratmeter Erdoberfläche. Der Bewohner eines Einfamilienhauses kommt leicht auf das Dreifache. Außerdem: In der Stadt kann man die meisten Wege CO2-sparend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen. Oder man bewegt sich – noch umweltfreundlicher – zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Zugegeben: Das Haus im Grünen ist wirklich eine schöne Vorstellung. Aber vielleicht müssen wir in der Stadt gar nicht so sehr auf Natur verzichten, wie wir meinen. Das Verlangen nach mehr Natur hat in den Städten nämlich dazu geführt, dass sich die Bewohner hier immer öfter Naturräume schaffen. Urban Gardening – Gärtnern in der Stadt – wird seit einigen Jahren immer beliebter.

Die Stadt als urbanes Tierparadies

Städtische Grünflächen wiederum ziehen Tiere an. Vögel wie der Wanderfalke siedeln sich verstärkt im urbanen Raum an. Etliche Insekten finden hier ungespritzte Blüten. Und auch zahlreiche Säugetiere wie Kaninchen oder Eichhörnchen kann man in aller Ruhe beobachten. Die Vorteile der Stadt und der Traum vom Leben im Grünen lassen sich also durchaus miteinander verbinden…

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