Sonnenschutz Hautkrebsgefahr bleibt trotz Sonnencreme

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Herkömmliche Sonnencreme schützt zwar vor Sonnenbrand, aber nicht vor Hautkrebs. Außerdem stehen UV-Filter im Verdacht, hormonell wirksam zu sein.

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Zwar hat der Verbrauch von Sonnencreme in den letzten Jahren zugenommen, doch gleichzeitig gibt es immer mehr Fälle von schwarzem Hautkrebs. Denn wer glaubt, dass Sonnencreme umfassend vor Krebs schützt, der irrt. Die meisten herkömmlichen Produkte bewahren uns nämlich überwiegend vor UVB-Strahlung. Doch die langwelligen UVA-Strahlen können trotz Sonnencreme in die Haut eindringen und so das Krankheitsrisiko erhöhen. Schwarzer Hautkrebs ist der bösartigste Hautkrebs und kann zum Tod führen. Und selbst wenn auf der Cremetube "UVA-Schutz" steht, muss dieser nur ein Drittel so effektiv sein, wie der UVB-Schutz.

Ist Sonnencreme giftig?

Es gibt UV-Filter, die im Verdacht stehen, hormonell wirksam zu sein. Zum Beispiel "Ethylhexyl Methoxycinnamate" (auch Octinoxat). Laut Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gehört er zu den meist verbreiteten hormonell wirksamen UV-Filtern. In einer Studie mit Brustkrebszellen führte er zu einem schnelleren Wachstum der Zellen. Tierversuche mit Ratten zeigten außerdem, dass dieser UV-Filter möglicherweise das Hormonsystem der Schilddrüse beeinflussen kann. "Ethylhexyl Methoxycinnamate" wurde auch in menschlicher Muttermilch gefunden. Allerdings "in sehr geringen Konzentrationen, so dass man nicht von einer Gefahr ausgeht", sagt Prof. Jürgen Bauer, Dermatologe an der Uniklinik Tübingen. Dennoch sollten vor allem Kinder und Schwangere diese Substanz meiden.

Menschen baden sich in der Sonne. (Foto: SWR, SWR -)
Gebräunte Haut ist für viele immer noch ein Schönheitsideal - und mit Sonnencreme wähnen sich Sonnenanbeter in trügerischer Sicherheit SWR -

Ist Sonnencreme eine Gefahr für die Umwelt?

Durch das Wassersystem, etwa durch das Abwasser, gelangen die UV-Filter in die Umwelt. Sie wurden schon in verschiedenen Seen und Gewässern in Deutschland nachgewiesen. Im Tierversuch produzierten Wasserschnecken unter Einfluss dieses UV-Filters weniger Embryonen. Allerdings nur bei höheren Dosen als sie in der Natur vorkommen. In Hawaii ist dieser UV-Filter verboten, weil man befürchtet, dass er die Korallenriffe schädigt. Auch "Octrocrylene" führte im Tierversuch zu hormonellen Störungen beim Zebrafisch. Derzeit prüft die EU, ob es sich um einen besonders besorgniserregenden Stoff handelt.

Der richtige Sonnenschutz

Damit möglichst wenig Sonnencreme in die Umwelt gerät, sollte man sich eine halbe Stunde vor dem Baden eincremen. Besseren Schutz vor UVA bieten Sonnencremes, die Titandioxid und Zinkoxid enthalten, zum Beispiel zertifizierte Naturkosmetik. Zu finden sind sie auf der Inhaltstoffliste der Verpackung. Idealerweise sollten sie keine Nano-Partikel enthalten. Titandioxid oder Zinkoxid sind physikalische UV-Filter, die auf der Haut eine feine Schicht bilden. Nachteil ist, dass sie schwerer zu verreiben sind und einen weißen Film auf der Haut hinterlassen. Die ToxFox App des BUND bietet Auskunft über bedenkliche Inhaltsstoffe in der Kosmetik. Der beste Schutz ist aber immer noch, die Sonne zu meiden und so viel Kleidung wie möglich zu tragen, sagt Prof. Jürgen Bauer.

Eine Frau schmiert ein Kind mit Sonnencreme ein. (Foto: © Colourbox.de -)
Nicht so schön anzusehen, aber dafür auch nicht so giftig: Bio-Sonnencremes hinterlassen meist einen weißen Film auf der Haut © Colourbox.de -
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