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Autos sind vollgestopft mit digitaler Hightech, die uns das Fahren erleichtern sollen.
Solche Konzepte gibt es auch für Fahrräder. Ein Bericht über die Zukunft des Fahrrads.

#besserRadfahren

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Im Motion Lab in Berlin arbeiten verschiedene Start-Ups an der Mobilität der Zukunft. Das Motion Lab gibt es seit 2017 und 70 Unternehmen sind hier angemeldet.

Boréal Hightech-Fahrräder

Bei Boréal Bikes probiert man alles aus, was technisch möglich ist, um das Fahrradfahren sicherer zu machen. Der visionäre Kopf Loui Huard der Firma Boréal erklärt, dass er auf die Idee gekommen ist, aus einem Fahrrad ein Hightech-Fahrrad zu kreieren, als seine Schwester einen schrecklichen Fahrradunfall hatte.

Fahrrad (Foto: SWR)
Das Boréal Hightech-Fahrrad ist Netzwek-fähig und mit Sensoren ausgestattet.

Das Hightech-Fahrrad ist Netzwerk-fähig

Loui erklärt, das Fahrrad sei Netzwerk-fähig, es könne sich mit anderen Fahrzeugen in einem Netzwerk verbinden. Insofern sei das Fahrrad genau wie aktuelle Autos mit Assistenz-Systemen und ihrer Konnektivität – es habe die gleichen Möglichkeiten, Zusammenstöße und Unfälle zu vermeiden. Loui macht darauf aufmerksam, dass es bald normal sei, dass alle Fahrzeuge miteinander vernetzt sind - nicht nur Selbstfahrende. Das werde die Bewegung des Verkehrs verändern. Er werde effizienter und wir werden schneller von A nach B kommen mit dem Auto. Aber das Fahrrad spiele da bisher keine Rolle.

Boreal-Fahrrad (Foto: SWR)
Das Fahrrad ist Netzwerk-fähig, es kann sich durch diese Box mit anderen Fahrzeugen in einem Netzwerk verbinden.

Das Hightech-Fahrrad ist mit Sensoren ausgestattet

Außerdem sei das Fahrrad komplett mit Sensoren ausgestattet, wie in einem modernen Auto. Dies seien Abstandssensoren, die erkennen, wie weit Objekte entfernt sind. Dies funktioniere mit einem Laser. Der Laser-Scanner erkenne also Objekte und signalisiert den Radfahrenden durch blinkende Lichter am Lenker, auf welcher Seite sich das Objekt befindet. Dies sei ein Haptik-Feedback. Studien haben gezeigt, dass die Radfahrenden so am schnellsten reagieren. In Zukunft soll das Fahrrad seine Umgebung vollständig erfassen. Nicht nur vor dem Lenker, auch hinter dem Sattel. Der Laserscanner messe dabei den Abstand zu den Objekten. 

Boreal-Fahrrad (Foto: SWR)
Das Fahrrad hat Abstandssensoren, die erkennen, wie weit Objekte entfernt sind. Dies funktioniert mit einem Laser.

Das Fahrrad benutzt außerdem Mikrophone, die Schwingungen detektieren. Das Fahrrad erkenne so die Beschaffenheit der Straße. Das Motorprofil passe sich dann daran an. Diese Funktion sei wichtig, da immer mehr Menschen das Fahrrad nutzen und dadurch auch die Zahl der Unfälle gestiegen sei.

Zukunftsaussichten des Hightech-Fahrrads

Momentan würde ein solches Fahrrad noch hunderttausend Euro kosten. Loui versichert aber: "Natürlich wird die Technologie laufend billiger und leichter verfügbar. Das wird erschwinglich sein. Wir wollen ja die Masse mit dieser Technologie versorgen." Bisher sei das erst ein Prototyp, der Daten für die Weiterentwicklung des Hightech-Fahrrads liefert. Das Fahrrad sei im Vergleich zu einem normalen Fahrrad zwar wirklich hightech, aber dadurch können viele Leute geschützt werden und das sei doch ein Vorteil.

Die nächste Version des Hightech-Bikes sei schon in der Planung. Vor allem der Laser werde noch sehr viel leistungsfähiger sein.

Hövding Airbag-Helm

Ein Hövding Airbag-Helm ist eine Art Mischung aus Helm und Airbag. Loui erklärt, dass das eine passive Sicherheit sei. Der Helm käme zum Einsatz, wenn es zum Unfall kommt. Sie konzentrieren sich aber mit ihrem Hightech-Fahrrad auf die Sekunde davor, sodass der Unfall erst gar nicht passiert.

Hövding (Foto: Imago, SWR, imago images / Stefan Zeitz)
Der Hövding Airbag-Helm dient zur passiven Sicherheit des Fahrradfahrers und löst erst bei einem Sturz aus. Imago imago images / Stefan Zeitz

Das Ono-Bike

Das Ono-Bike ist eine Fahrradinnovation, die es schon zur Marktreife gebracht hat. Es ist ein elektrisches Cargo-Bike, mit dem man sehr effizient Pakete oder Lebensmittel von A nach B bringen kann. Es hat einen Wetterschutz und die Container sind abnehmbar. Dadurch ist das Fahrrad sehr schnell zu beladen und somit die moderne Antwort auf die angestiegenen Zulieferungen in den Innenstädten.

Ono-Bike (Foto: SWR)
In Berlin sind davon schon 50 auf der Straße. Wöchentlich werden es sogar drei bis fünf Ono-Bikes mehr. Nächstes Jahr soll es sogar mehrere Tausend davon geben.
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