Exoplaneten Wir sind nicht allein

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Spätestens dann, wenn die Sonne stirbt, muss die Menschheit eine neue Bleibe gefunden haben. Die Suche nach einer zweiten Erde außerhalb unseres Sonnensystems ist nicht einfach.

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Florian Rodler - Exoplanetenforscher:

Sein Weg in die Astronomie

Für mich der Grund, warum ich in die Astronomie gegangen bin, war immer, Leben auf einem anderen Planeten zu finden. Damals als Kind habe ich immer Raumschiff Enterprise geschaut, da sind die Aliens immer auf den Planeten rumgehopst auf den Planeten. Und wir sind jetzt die erste Generation an Menschen, die das machen kann. Wir können jetzt herausfinden, ob es woanders, auf anderen Welten auch Leben gibt.

Es gibt sie – da draußen – die anderen

Ich bin überzeugt, dass es Leben auf anderen Welten gibt, die um andere Sterne kreisen. Und die sich genau die selbe Frage stellen, gibt es da draußen Leben. Und dann vielleicht am Nachthimmel hinausschauen, einen kleinen gelben Stern sehen. Und das könnte eben unsere Sonne sein, dieser kleine Stern und unser Sonnensystem. Ich habe Astronomie studiert und arbeite jetzt in Heidelberg am Max-Planck-Institut für Astronomie und forsche hier an Exoplaneten, also Planeten, die sich außerhalb unseres Sonnensystems befinden.

Millionen Exoplaneten

Wir haben Planeten in allen möglichen Größen gefunden, Planeten so groß wie Jupiter oder Planeten so groß wie die Erde. Und in allen möglichen Bahnkonfigurationen, das heißt dass sie sehr nah an ihren Sternen sind, oder weit weg von Ihren Sternen sind. Und es gibt einen bestimmten Abstand vom Stern, wo die Temperaturen auf der Oberfläche genau richtig sind, genau richtig, das heißt, dass flüssiges Wasser auf einer Oberfläche vorhanden sein könnte. Wasser braucht das Leben, zumindest das Leben, was wir kennen, ohne Wasser gibt es kein Leben.

Wir können nicht hinfliegen

Das einzige, was wir machen können, ist das Licht, was uns erreicht, zu zerlegen. Allerdings ist das wirklich sehr schwierig, weil es gibt natürlich immer einen Helligkeitskontrast zwischen Stern und Planet: und wenn der Planet zu dunkel ist, dann sehen wir einfach den Planeten nicht. Deswegen wurden die meisten Planeten, die wir bis jetzt gefunden haben, die wurden mit indirekten Methoden gefunden; eine Methode davon ist die Transitmethode. Man schaut, man sucht nach Planeten, die von Zeit zu Zeit vor ihre Sterne wandern und diese ein bisschen verdunkeln. Wenn jetzt der Planet vor die Sonne wandert, dann durchleuchtet das Sternenlicht die Atmosphäre des Planeten, die ihn umgibt.

Methan und Sauerstoff: gleichzeitig, wie bei uns

Wenn wir in der Atmosphäre Sauerstoff und Methan gleichzeitig finden würden, wäre das ein sehr heißer Kandidat für Leben auf diesem Planeten. Weil diese Gase miteinander reagieren, sie dürften nicht gleichzeitig vorhanden sein. Aber wenn sie gleichzeitig trotzdem vorhanden sind, muss es einen Mechanismus geben, der diese Gase laufend nachproduziert. Und auf der Erde ist dieser Mechanismus das Leben. Sauerstoff wird durch Pflanzen erzeugt, Methan durch Bakterien. Wichtig ist, wir suchen nach Kombinationen von Gasen in den Atmosphären, die eigentlich gleichzeitig nicht vorhanden sein dürften. Das wäre ein heißer Kandidat, dass es dort Leben gibt.

Grüne Männchen?

Das Leben passt sich immer der Umgebung an. Wie es aussehen kann, Ich habe keine Ahnung, ob das die grünen Männchen sind, oder nicht. Ich denke nur, in den meisten Fällen werden wir primitives Leben finden. Das heisst wir werden Bakterien finden, die ihre Planetenatmosphären verändern. Und das können wir mit der Technologie in den nächsten 10 Jahren auch machen.

Neue Teleskope

Es ist wirklich eine Revolution in der Astronomie. Die findet in den nächsten Jahren statt. Wir entwickeln neue Teleskope. Es werden drei Großteleskope gebaut, zwei davon in Chile, in der Atacama Wüste, und eines auf Hawaii. Und das sind einfach neue Teleskope beziehungsweise Observatorien, mit nie dagewesenen Ausmaßen. Und mit diesen Teleskopen können wir erstmals eben diese Fragen beantworten.

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