Haustiere

Der Weg zum fairen Hund

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AUTOR/IN
Max Lebsanft

Hunde sind toll, aber sie machen auch Probleme. Sie scheuchen Wild auf, sind aggressiv, vertilgen große Mengen Fleisch. Wie gelingt der Weg zum fairen Hund?

Der Hund ist der beste Freund des Menschen, heißt es – treuer Begleiter, Spielgefährte, Partner zum Kuscheln. Doch mehr und mehr sorgen die Haustiere auch für Probleme: In den vergangenen 20 Jahren hat sich ihre Zahl in Deutschland verdoppelt. Und das ist vielerorts spürbar: Im Wald scheuchen die Hunde Wild auf und töten es immer wieder sogar. Außerdem verzehren die Tiere große Mengen Fleisch – zum Schaden der Umwelt. Und auch ihre Aggressivität, der Wolf in ihnen, bricht hervor, wenn sie auf Spaziergänger und Artgenossen losgehen. Fair für die Gesellschaft ist das nicht. Geht es besser?

Ein Hund, der Fährte aufnimmt: Immer wieder brennen Hunde im Wald durch und entdecken ihre Lust an der Jagd. (Foto: SWR)
Auf der Jagd

Den Jagdtrieb abtrainieren – geht das?

Unterwegs mit dem Hundetrainer Oliver Müller, der glaubt, dass man so gut wie allen Hunden den Jagdtrieb abtrainieren kann. Dafür braucht es allerdings viel Geduld: Mit täglichen Dressurübungen können die Hunde so abgerichtet werden, dass sie bei Herrchen oder Frauchen bleiben – selbst wenn sie eine Fährte wittern. Dazu müssen Halter und Hund aber täglich üben. Ein Grund, weshalb der Forstwissenschaftler Rudi Suchant nicht daran glaubt, dass sich das Problem der wildernden Hunde so lösen lässt. Es sind einfach zu viele Tiere – wer könnte garantieren, dass sie alle in Zukunft perfekt erzogen sind. Suchant fordert deshalb eine allgemeine Leinenpflicht im Wald.

Hundefutter aus Insekten – die grüne Zukunft?

Faire Hundehaltung muss neben einem besseren Verhalten im Wald auch die Ernährung der Tiere verbessern. Denn noch essen Hunde viel zu viel Fleisch – zum Schaden der Umwelt. Das Berliner Start Up „Eat Small“ will das verändern: Ihr Futter besteht zu großen Teilen aus Insekten, deren Produktion weit weniger Ressourcen verschlingt als die Zucht von Rind und Schwein. Aber: Ist das Futter auch gesund für einen Fleischfresser? Noch ist das nicht ganz klar – um diese Frage beantworten zu können, fordern Wissenschaftler mehr Langzeitstudien. Ähnlich sieht es auch bei der Ökobilanz aus: Fleisch für Hundefutter besteht hauptsächlich aus Resten, die der Mensch nicht konsumieren will. Damit Insektenfutter also tatsächlich nachhaltiger ist, muss sich auch beim menschlichen Fleischkonsum etwas verändern.

Die schwarze Soldatenfliege kann die Hundeernährung nachhaltig machen – dazu muss sich aber auch die menschliche Ernährung ändern. (Foto: SWR)
Fliegenfutter

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