Tablettenkonsum

Wie man Medikamente richtig einnimmt

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Bei der Einnahme von Medikamenten kann einiges schief laufen. Dann können die Mittel nicht richtig wirken oder die Begleiterscheinungen sind besonders stark. Auf einige Punkte sollte man besonders achten.

Manche Medikamente müssen nüchtern beziehungsweise vor dem Essen eingenommen werden. Das bedeutet 30 Minuten bis eine Stunde Minuten VOR einer Mahlzeit. Denn in dieser Zeit steigt der PH-Wert der Magensäure. Das begünstigt die Aufnahme der Arzneistoffe und so wirken sie schneller. Manchmal sollen Medikamente auch erst WÄHREND des Essens eingenommen werden.

Dann schützt der Speisebrei die empfindliche Magenschleimhaut vor den Arzneistoffen. Es gibt auch Medikamente, die erst NACH dem Essen eingenommen werden sollten. Das liegt daran, dass manche Nahrungsmittel die Aufnahme der Wirkstoffe behindern.

Die richtige Dosis

Die verordnete Menge bitte unbedingt beachten. Nur so erreichen die Wirkstoffe eine ausreichende Konzentration im Körper. Wurde das Medikament vergessen, auf keinen Fall die doppelte Anzahl nehmen. Sonst ist die Menge im Blut zu hoch. Medikamente sollten auch nicht „einfach so“ abgesetzt werden. Auch, wenn man sich schon gesund fühlt. Besonders wichtig ist das bei Antibiotika. Die müssen bis zum Ende der Packung eingenommen werden. Das liegt daran, dass Erreger resistent werden können, wenn sie nicht ausreichend lange bekämpft werden. Genauso dürfen Antidepressiva auf keinen Fall schlagartig abgesetzt werden. Die Depressionen könnten sich massiv verschlimmern. Richtig ist: Unter ärztlicher Aufsicht langsam ausschleichen.

Welche Lebensmittel stören?

Milch und Milchprodukte enthalten Calcium. Dieser Wirkstoff geht Verbindungen mit Bestandteilen aus Arzneimitteln ein. So können sich schwer lösliche Komplexe im Magen bilden. Besonders Antibiotika oder Medikamente gegen Osteoporose können dann nicht richtig wirken. Grapefruitsaft steigert dagegen die Wirkung. Die Frucht blockiert Enzyme im Darm, die für den Abbau von Medikamenten zuständig sind. Betroffen sind etwa Herz- und Blutdruck-Mittel, Cholesterinsenker sowie Schlaf- und Schmerzmittel. Antidepressiva, Schlafmittel, Medikamente gegen Allergien und zahlreiche andere vertragen sich überhaupt nicht mit Alkohol. Die Wirkung wird gehemmt oder verstärkt – genau wie die Nebenwirkungen. So kann die Fahrtauglichkeit mit einen Schluck Wein noch gegeben sein. Zusammen mit der Arznei aber nicht mehr.

Wann absetzen?

Wenn echte Alarmzeichen auftreten, sollten Medikamente unbedingt abgesetzt werden. Dazu gehören: Atemnot, heftige Hautausschläge, Kreislaufprobleme, Lähmungen oder Krämpfe. In so einem Fall sofort den Notarzt rufen.

Vor allem ist es wichtig, mögliche Nebenwirkungen genau zu kennen. Denn für die richtige Einnahme ist vor allem Einer verantwortlich: Der Patient oder die Patientin selbst! Deshalb unbedingt den Beipackzettel lesen. Auch wenn die Liste der Nebenwirkungen erschreckend sein kann.

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