Neue Arbeitswelten

Berufe im Zeichen von 4.0

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Die Digitalisierung der Wirtschaft verändert die Arbeitswelt. Kaum ein Beruf bleibt davon unberührt. Der Rat an alle Arbeitnehmer: Werden Sie zum Experten in dem was sie tun!

Niemand bleibt von 4.0 unberührt

Digitalisierung, komplette Vernetzung, neue Roboter und Sensorsysteme – mit 4.0 sind enorme technische Fortschritte verbunden. Wie bei allen vorherigen industriellen Revolutionen bedeutet dies, dass die menschliche Arbeitskraft immer produktiver wird. In der gleichen Zeit können also entweder mehr oder bessere Güter hergestellt und Dienstleistungen besser erbracht werden.

Die andere Seite ist aber, dass man für die gleichen Ergebnisse weniger menschliche Arbeitskraft braucht. Für den einzelnen Arbeitnehmer bedeutet dies, dass er oder sie mit dieser technologischen Entwicklung Schritt halten muss, um sich im eigenen beruflichen Umfeld zu behaupten. Wie bei den vorangegangenen industriellen Revolutionen wird es also Gewinner und Verlierer geben. Verlieren werden vor allem all jene, die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Das Thema „Ausbildung, Weiterbildung, Fortbildung“ wird daher immer stärker im Mittelpunkt stehen.

Anpassung und Flexibilität

Der fortschreitende Wandel auf dem Arbeitsmarkt, da sind sich Experten sicher, geht grundsätzlich mit einem hohen Anpassungsbedarf einher. Das verlangt Flexibilität, sowohl von Arbeitskräften als auch von Betrieben.

Ein Forschungsbericht der Bundesagentur für Arbeit (BA) belegt, dass etwa 15 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland mit einem sehr hohen Substituierbarkeitspotenzial konfrontiert werden. Das sind nicht nur niedrig qualifizierte Helferberufe, sondern auch Fachkraftberufe, die einem hohen Substituierbarkeitspotenzial durch computergesteuerte Maschinen unterliegen. Erst Spezialisten- und Expertenberufe lassen sich demnach weniger stark ersetzen. verbunden. Daher der Rat an alle Arbeitnehmer: Werden Sie zum Experten in dem was sie tun!

Zukunft der Arbeit

Die Digitalisierung kann nach Aussagen von Arbeitsmarktexperten durchaus auch zu einem Beschäftigungswachstum führen. Die computergesteuerten Maschinen müssen entwickelt und gebaut werden. Es werden Fachkräfte gebraucht, um die Maschinen zu steuern, zu kontrollieren und zu warten. Fachkräfte, die mit der neuen Technik umgehen können, müssen geschult werden. Im Zuge der Digitalisierung können aber auch Produkt-, Prozess- und Dienstleistungsinnovationen sowie Produktivitätswachstum zu Preissenkungen führen. Damit könnte der Gesamtbeschäftigungseffekt in der Summe durchaus positiv ausfallen.

In der historischen Betrachtung zeigt sich, dass auch in den vergangen Jahrhunderten Berufe seltener verschwunden sind, sondern sich an die neuen Gegebenheiten angepasst haben. So waren die Fertigkeiten und Kenntnisse des Stellmachers (oder Wagners), der ursprünglich Wagenräder und Kutschen aus Holz fertigte, mit dem Aufkommen der Eisenbahn als Waggonbauer oder später als Karosseriebauer in der Automobilindustrie äußerst begehrt. Vor diesem Hintergrund gehen die Arbeitsmarktforscher der BA davon aus, dass Berufe nur in den seltensten Fällen gänzlich verschwinden werden, sonder sich vor allem verändern. Es ist derzeit nicht abzuschätzen, wie sich die Berufe verändern werden, aber sie unterscheiden sich darin, wie stark sie sich durch die Einführung digitaler Technologien in den nächsten Jahren verändern werden.

Ob – wenn die leicht automatisierbaren Tätigkeiten durch computergesteuerte Maschinen erledigt werden können – die Arbeit der von diesen Aufgaben entbundenen Beschäftigten interessanter und anspruchsvoller oder doch eintöniger und primitiver wird, ist eine Frage der Ausgestaltung. Die neuen digitalen Technologien stecken lediglich den Rahmen fest, in dem sich auch neue Freiräume für den Zuschnitt von Arbeitsplätzen und Berufen bieten.

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