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Jein - selbst die vorbildlichste Lebensweise kann uns nicht sicher schützen. Aber um das Risiko der Erkrankung zu reduzieren und den Ausbruch zeitlich nach hinten zu verschieben, lässt sich einiges unternehmen.

Auch ein Gehirn kommt in die Jahre

Wir werden immer älter und das spüren wir nicht nur an dem Verschleiß in den Gelenken, sondern auch unser Oberstübchen ist betroffen. Die Anzahl der Demenzerkrankungen nimmt weiterhin zu. Leider sind noch längst nicht alle ihrer Auslöser geklärt, so dass sich auch nicht sicher sagen lässt, wie man am wirksamsten vorbeugen kann oder wie sich gar der Ausbruch mit Medikamenten oder Impfungen verhindern lässt. Zurzeit ist es so, dass ab 65 der Anteil der Erkrankten eines Jahrgangs sich alle fünf Jahre verdoppelt. Es macht also durchaus Sinn über Vorbeugung nachzudenken.

Spuren der Alzheimer-Erkrankung im Gehirn

Bei der häufigsten Form, dem Morbus Alzheimer, tauchen im Gehirn mikroskopisch kleine Plaques auf. Es handelt sich dabei um Proteinbestandteile, die aus größeren Proteinen herausgeschnitten wurden und sich bei den Betroffenen als "Faserknäuel" im Gewebe ansammeln, während sie bei Gesunden abgebaut werden. Alois Alzheimer entdeckte diese Ablagerungen, die zu Stoffwechselstörungen führen können, bei der Autopsie von Demenzkranken. Allerdings wurden später auch Fälle beschrieben, in denen das Gehirn zwar massiv von solchen Plaques befallen war, aber zu Lebzeiten bei den Betroffenen keinerlei Demenzsymptome auftraten (Nonnenstudie). Letztendlich führt die Alzheimer-Krankheit zu einem erheblichen Abbau an Gehirnmasse, der sich sogar mit bloßem Auge erkennen lässt.

Grafik eines Gehirnquerschnitts mit geschrumpfter Rinde. (Foto: SWR, SWR -)
Die Alzheimer-Krankheit führt zu einem drastischen Abbau an Gehirnmasse. SWR -

Hierfür verantwortlich könnte auch eine Veränderung des sogenannten Tau-Proteins sein, das normalerweise die Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn stabilisiert. Durch die Veränderung des Tau-Proteins, verlieren diese verbindenden Strukturen ihre Stabilität und kollabieren.
Trotz all dieser histologischen Entdeckungen sind die Ursachen und das genaue Zusammenspiel dieser pathologischen Prozesse noch längst nicht geklärt. Etwa 25.000 Wissenschaftler forschen weltweit, um mehr Licht in die Zusammenhänge der Alzheimer-Erkrankung zu bringen.

Die vaskuläre Demenz und ihre Achillesferse

Bei dieser selteneren Form der Demenz sterben Hirnzellen in Folge einer Mangeldurchblutung ab. Ursache hierfür sind Wandverdickungen und Ablagerungen in den Blutgefäßen des Gehirns, die den freien Blutstrom einengen oder ganz abschnüren. Die Symptome können je nach Lokalisierung der daraus resultierenden Mikroinfarkte sehr unterschiedlich sein, bleiben zunächst oft unbemerkt und treten dann plötzlich auf. Das Fortschreiten der Krankheit ist anders wie bei Alzheimer, eher sprunghaft.
Da man die Ursachen der vaskulären Demenz kennt, kann man hier effektiv vorbeugen. Es geht vor allem darum, das Arterioskleroserisiko - also die Verengung der Blutgefäße - zu senken, um so die Durchblutung des Gehirns zu optimieren. Die bewährten Mittel sind:

  • Verzicht auf Nikotin
  • Reduzieren des Alkoholkonsums auf ein halbes Glas Wein oder ein Glas Bier pro Tag. Eine Menge, die sich positiv auf den freien Blutstrom auswirkt.
  • Eine mediterrane Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren.
  • Täglich etwas Kaffee.

Wer an Bluthochdruck und Diabetes mellitus leidet, sollte diese vom Arzt unbedingt einstellen lassen. Ihr Risikopotential für die Entstehung einer vaskulären Demenz wurde in vielen Studien nachgewiesen. Außerdem unterstützt körperliches Training die Durchblutung und Sauerstoffversorgung unseres ganzen Körpers und vervollständigt so auch eine möglichst effektive Demenzprophylaxe.

Alzheimer vorbeugen

All diese Maßnahmen machen sich auch positiv bei der Alzheimervorsorge bemerkbar, weil sie die Sauerstoffversorgung des Gehirns fördern und so dessen Aktivität unterstützen. Denn darum geht’s bei der Alzheimervorsorge: Das Gehirn durch ständige Aktivität fit zu halten. Das kann auf verschiedenste Art und Weise geschehen: Musizieren, Sudoku, Kreuzworträtsel, Theaterabende, Briefe schreiben, Gärtnern, aber vor allem auch Leute treffen uns sich mit anderen für etwas engagieren. Aktivität von Körper und Geist bringen es. Paartanzen hat sich dabei als besonders wirkungsvoll erwiesen, weil eine permanente Konzentration und Interaktion zwischen der eigenen Motorik, der Musik und den Bewegungen des Partners erforderlich sind. Das bedeutet körperliche, geistige und emotionale Aktivität auf höchstem Niveau. Außerdem macht Tanzen glücklich und welche "Therapie" kann das schon von sich behaupten.

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