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Rötlicher Mond und Sterne

Mond, Mars und Saturn! Darum wird das eine Mega-Mondfinsternis

Am Freitag erwartet uns die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Der Vollmond wird vor Mitternacht für knapp zwei Stunden völlig in den Kernschatten der Erde eintauchen und sich kupferrot verfärben.

Längste Mondfinsternis des Jahrhunderts

Das Spektakel wird ganze 103 Minuten dauern. Und die Mondfinsternis ist von überall in Deutschland zu sehen- nur das Wetter muss mitspielen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt empfiehlt den Blick auf diese Mond-Finsternis-Karte. Hier kann man für jede Stadt prüfen, ob und wann die totale Mondfinsternis zu sehen sein wird.

Wer die Mondfinsternis sehen will, sollte sich einen Platz suchen, der in südöstlicher Richtung einen guten Blick bis zum Horizont ermöglicht und der möglichst frei von störenden Lichtquellen ist.

Phasen der totalen Mondfinsternis

Phasen der totalen Mondfinsternis

Warum diese Mondfinsternis so lange dauert

Es gibt zwei Gründe für diese lange Verfinsterung: Zum einen passiert der Mond den Erdschatten nicht in dessen Randbereich sondern auf einem Kurs, der ihn auf einem langen Weg mitten durchs Zentrum des kreisrunden Schattens führt. Und dieser lange Weg durch den Schatten braucht Zeit. Der zweite Grund hat damit zu tun, dass sich der Mond zum Zeitpunkt der Finsternis auf einem erdfernen Abschnitt seiner leicht elliptischen Bahn befindet. Dort fliegt er etwas langsamer durchs All als in den erdnahen Bahnabschnitten - und damit braucht er noch ein wenig länger um die Schattenzone zu durchqueren. So kommen schließlich stolze 103 Minuten Finsternis zusammen.

Wann lohnt es sich zu gucken?

Um 20.24 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein. Da der Mond bei uns etwas später aufgeht (in Stuttgart beispielsweise um 21.01 Uhr) , ist dieser Teil noch nicht zu sehen. Bei uns beginnt die Mondfinsternis dann sozusagen direkt bei Mondaufgang.

Um 21.30 Uhr beginnt die totale Mondfinsternis, in der sich der Mond komplett im Schatten der Erde befindet und eine blutrote Färbung annimmt. Der Vollmond ist eine gute Handbreit über den Horizont geklettert und sieht - typisch für den Sommer-Vollmond - riesengroß aus.

Um 22.30 Uhr erreicht die Mondfinsternis ihren Höhepunkt. Um 23.13 Uhr endet sie. Dann dauert es noch etwa eine Stunde, bis der Mond den Kernschatten komplett verlassen hat.

Bei einer Mondfinsternis steht die Erde auf einer geraden Linie zwischen Sonne und Mond. Der Vollmond taucht in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde ins Weltall wirft.

Bei einer Mondfinsternis schiebt sich der Mond in den Erdschatten.

Bei einer Mondfinsternis schiebt sich der Mond in den Erdschatten.

Mars und Saturn sind zu sehen

Nicht nur der Mond steht derzeit genau der Sonne gegenüber am Nachthimmel. Auch der Mars befindet sich in dieser Bahnposition und zudem noch in Erdnähe. Momentan ist der Mars der Erde so nahe wie seit 15 Jahren nicht mehr. "Nur" 58 Millionen Kilometer liegen derzeit zwischen ihm und der Erde. Deshalb ist der Mars in der Finsternisnacht knapp unterhalb des Mondes als auffällig rot strahlender Punkt zu erkennen. Eine Handbreit südlich des verfinsterten Vollmonds wird er in rötlichem Licht erstrahlen. Durch ein Teleskop betrachtet wird aus dem roten Punkt ein Planetenscheibchen.

Details auf der Marsoberfläche werden sich aber auch damit kaum erkennen lassen, weil unser Nachbar im All zur Zeit von einem den gesamten Planeten umspannenden Staubsturm eingehüllt wird. Und auch der Saturn und der Jupiter sind gut am Himmel zu sehen.

Saturn

Saturn soll während der Mondfinsternis zu sehen sein-genau wie die Planeten Mars und Jupiter.

Und auch die ISS

Als wäre das nicht genug, zieht zwischen 22:31 Uhr und 22:37 Uhr ein weiterer Lichtpunkt über den Himmel. Das ist die ISS - wo Alexander Gerst ebenfalls die Finsternis beobachten kann - garantiert wolkenfrei. Inzwischen gibt es übrigens diverse .

Mondfinsternis verpasst - Wann ist die nächste Gelegenheit?

Mondfinsternisse sind an sich nicht selten. Die nächste, die von uns aus zu sehen ist, findet im Januar 2019 statt - dann allerdings an einem frühen Wintermorgen, was erfahrungsgemäß nicht so viel hermacht. Sie wird auch nicht vollständig zu sehen sein. Eine solche wird es erst wieder Silvester 2028 geben. In bezug auf die Dauer wird die jetzige Mondfinsternis erst am 9. Juni 2123 getoppt - die Verdunkelung dann dauert dann nochmal drei Minuten länger.

Mondphasen, Mondformen, Mondfinsternisse - Noch mehr Infos

Wer verstehen will, warum wir den Mond so sehen, wie wir ihn sehen: Das Team von Planet Schule hat das in dieser Animation dargestellt.