Eine Graugans schwimmt am Rand der gesperrten Bundesstraße B42 im Hochwasser an einer Straßenmarkeriung entlang, nachdem der Rhein über die Ufer getreten war. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)

Unterschätzte Umweltgefahr

Hochwasser: Mikroplastik in Rhein, Mosel und Donau

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Martin Thiel, SWR-Umweltredaktion

Die Hochwasser spülen ihn zutage: den Plastikmüll in unseren Flüssen. In Deutschland wird Plastik zwar recycelt, etwa mit dem gelben Sack, doch dieser Kreislauf funktioniert nicht richtig.

Mikroplastik ist im Meer und in den Flüssen das Umweltproblem Nummer eins: Denn egal, ob in Donau, Mosel oder Rhein und ihren Nebenflüssen, überall findet man inzwischen die kleinen Plastikpartikel. Das, was da gerade sichtbar in unseren Flüssen schwimmt, ist nur die Spitze des Eisbergs.

Rund eine Million Kilogramm Plastikmüll wird Schätzungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace zu folge Jahr für Jahr allein in die Nordsee gespült. Denn es gibt viele Quellen, aus denen Mikroplastik entsteht - angefangen von weggeworfenen Plastikflaschen und Tüten bis hin zu Mikroplastik in kosmetischen Produkten.

Plastik hält ewig – und gelangt in die Nahrungskette

Das Problem daran: Plastik hält ewig, wird kaum abgebaut, nur zerkleinert, lagert sich ab und gelangt so am Ende auch in die Nahrungskette von Kleinstlebewesen, Schildkröten und Fischen. Da Plastik zudem giftige Stoffe anzieht, erhöht sich die Gefahr für die Fluss- und Meeresbewohner.

Zwar sind die Folgen noch schwer abzuschätzen, aber im Labor wurde bereits nachgewiesen, dass das Immunsystem und die Fortpflanzung von Lebewesen durch Mikroplastik gestört werden.

Mikroplastik-Problem wird eher größer

Plastik ist mittlerweile genauso ein Bestandteil der Sedimente in Flüssen und Meeren wie Sand, Schlamm und Nährstoffe. Geschätzt drei Prozent des Strandsands besteht inzwischen schon aus den kleinsten Plastikteilchen. Und die Plastikstrudel in den Ozeanen sind in etwa vier Mal so groß wie Deutschland - Tendenz steigend.

28.11.2018, Thüringen, Jena: Martin Löder, Umweltingenieur der Uni Bayreuth, setzt ein "MiniManta"-Netz für eine Wasserprobe in der Saale bei Jena ein. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Martin Schutt)
In Donau, Mosel und Rhein und in allen Nebenflüssen findet man inzwischen kleinste Plastikpartikel. picture alliance/dpa | Martin Schutt

Was tun gegen die Plastikgefahr?

Umweltschutzverbände wie der Nabu appellieren an unser Konsumverhalten. Den Plastikanteil an Verpackungen zu senken, wäre ein erster, wichtiger Schritt, finden sie. Denn die Menge die jeder einzelne von uns Tag für Tag an Plastikmüll produziert, ist erschreckend groß.

Und – so der Nabu - keiner können sich dabei damit herausreden, dass der Plastikabfall im gelben Sack lande und recycelt werde. Denn die Wiederverwertungsquote beträgt beim Plastikmüll gerade einmal 40 bis 60 Prozent. Daran ändert auch das vermeintlich vorbildliche Müllsammelsystem in Deutschland nichts.

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Martin Thiel, SWR-Umweltredaktion