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Deutscher Roboter ist gelandet Lander MASCOT ist auf Asteroid Ryugu aufgesetzt

Mission geglückt: Erstmals ist ein deutscher Roboter auf einem Asteroiden gelandet. MASCOT ist so groß wie ein Schuhkarton. Seine neue Heimat - der Asteroid Ryugu - gehört zu den erdnahen Asteroiden. Ihre Erforschung soll auch helfen, in Zukunft Asteroiden abzuwehren, die mit der Erde kollidieren könnten.

Jetzt hat er nach einer vierjährigen Reise sein Ziel erreicht - 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die japanische Raumsonde Hayabusa2 klinkte das Landegerät um 03.58 Uhr deutscher Zeit aus. Aus einer Höhe von 51 Metern fiel Mascot dann zwar im freien Fall, aber wegen der geringen Schwerkraft, langsamer als ein irdischer Fußgänger auf den Himmelskörper zu. Es hätte nicht besser laufen können, erklärte Mascot-Projektmanagerin Tra-Mi Ho vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme. Nach 20 Minuten kam er auf der Asteroidenoberfläche zur Ruhe.

Lander Mascot in Hayabusa 2 Sonde

Hier sieht man wie der Lander Mascot in der Sonde Hayabusa 2 transportiert wird.

Warum war die MASCOT-Mission so schwierig?

Die Anziehungskraft des Asteroiden beträgt nur ein 60.000stel der Erdanziehungskraft. Deshalb war die Ausrichtung der Raumsonde zum Zeitpunkt des Abwurfes ganz wichtig. Bei der ersten Hayabusa-Mission ist das schief gelaufen. Der abgeworfene japanische Lander MINERVA landete nicht auf dem Asteroiden, sondern flog daneben und landete in einem Orbit um den Asteroiden. Auch die Sonde Hayabusa kam aus ihrer geplanten Bahn, sie fand erst Jahre später und unter Ausfall fast aller Instrumente ihren Weg zurück zur Erde.

MASCOT sollte es auch nicht so ergehen wie Europas Sonde Philae beim Landeversuch auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko 2014. Philae verfing sich dabei unglücklich in einer Felsspalte und war wissenschaftlich kaum einsetzbar.

Deswegen wertete das DLR genau all die Bilder aus, die die japanische Raumsonde Hayabusa beim Anflug von MINERVA auf den Ziel-Asteroiden Ryugu geschossen hat - offenbar mit Erfolg.

Die Sonde Hayabusa2 unterwegs zum Asteroiden Ryugu

Die japanische Sonde Hayabusa2 mit dem Lander MASCOT an Bord nähert sich dem Asteroiden Ryugu.

Wozu ist MASCOT gut?

MASCOT steht für Mobile Asteroid Surface ScouT, also mobiler Asteroiden-Oberflächen-Kundschafter. MASCOT wurde federführend vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in enger Zusammenarbeit mit der französischen Raumfahrtagentur CNES und der japanischen Raumfahrtagentur JAXA gebaut. Die JAXA hat in den vergangenen Tagen bereits zwei ihrer Lander erfolgreich auf dem Asteroiden abgesetzt. Jetzt folgt MASCOT unter Federführung des DLR.

MASCOT wird sich mit 70 Meter weiten Hüpfern fortbewegen

Mithilfe eines eingebauten Schwungarms kann MASCOT bis zu 70 Meter weit auf Ryugu hüpfen und sich dadurch fortbewegen. Aber er darf auf dem Asteroiden nicht zu schnell hüpfen, sonst erreicht er die sogenannte Fluchtgeschwindigkeit und fliegt aus Versehen wieder ins All. Und Mascot hat auch nur sechzehn Stunden lang Zeit, an verschiedenen Orten auf dem Asteroiden Messungen vorzunehmen.

Über seinen Bordcomputer wird der Roboter die gewonnenen Daten über die Muttersonde Hayabusa 2 ins DLR-Kontrollzentrum senden. Dann erlischt seine Bordbatterie.

Lander MASCOT hüpft auf dem Asteroiden Ryugu herum.

Lander MASCOT hüpft auf dem Asteroiden Ryugu herum.

Die Forscher wollen durch Bilder und Daten vom Lander Mascot genaue Einblicke in die Beschaffenheit und den Aufbau erdnaher Asteroiden gewinnen, um diese sehr alten Fragmente des Sonnensystems zu verstehen. Außerdem hoffen sie so mögliche Asteroidenabwehrmissionen effektiver zu planen.

Gegenwärtig ist allerdings von keinem Asteroiden bekannt, dass er sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet.

Das MASCOT-Projekt (Quelle: DLR)


MASCOT-Landung live verfolgen (Quelle: DLR)