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Leibniz-Preis Vom Elektriker zum Quantenphysiker

Der Leibniz-Preis geht dieses Jahr unter anderem an den Physiker Wolfgang Wernsdorfer aus Karlsruhe. Dessen Karriere verlief aber alles andere als normal.

Quanten-Physiker Wolfgang Wernsdorfer lötet noch selbst - er ist ein Bastler geblieben. Angefangen hat er als Hauptschüler, heute ist er Physikprofessor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und erforscht die Grundlagen für den Quanten-Computer. Dafür bekommt er als einer von zehn Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen den diesjährigen Leibniz-Preis verliehen. Der Preis ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert - so viel gibt es nicht einmal für den Nobelpreis.

Eine ungewöhnliche Karriere

Am Anfang seiner beruflichen Laufbahn hätte er sich niemals vorstellen können, heute Physik-Professor zu sein. Nach der Hauptschule wurde er Elektriker. Wolfgang Wernsdorfer: "Da hatte ich eine ganz andere Vision. Ich hatte nicht den Plan, dass ich einmal Forscher sein würde." Aber Schritt für Schritt kam er an dieses Ziel: Von der Lehre zur Berufsschule, vom Studium zur Promotion nach Frankreich.

Wolfgang Wernsdorfer als Elektriker

1985 machte Wolfgang Wernsdorfer eine Lehre als Elektriker.

Dabei baut er bis heute einige Geräte selbst, die er für seine Forschung braucht. Besonders wichtig: ein spezieller Kühlschrank. Hier kann er Stoffe auf –273 Grad Celsius abkühlen, das ist nah am absoluten Nullpunkt. Nötig sind diese Temperaturen, um Nanomagnete zu erforschen. Aus ihnen könnten später einmal Quanten-Computer gebaut werden – so die Theorie.

Der erste große Durchbruch: Nanomagnete


Diese Nanomagnete waren ein Glücksfund für den Forscher. Schon als er sie das erste Mal untersuchen konnte, merkte er: "Das muss etwas Besonderes sein! Ich habe dann drei Tage lang nicht geschlafen und musste weiter messen." Schließlich gelang es eine Theorie aufzustellen, die das Verhalten der Moleküle erklärte. Der erste große Durchbruch für den Forscher Wolfgang Wernsdorfer.

Die magnetischen Moleküle könnten eines Tages das Herz eines Quanten-Computers sein. Sie sind aber so empfindlich, dass man das Ergebnis der Berechnungen des Quanten-Computers kaum auslesen könnte. Deshalb will Wernsdorfer aus seinen winzigen Molekülen auch Schaltkreise bauen um das hyperempfindliche Rechenwerk mit der übrigen Computerelektronik zu verbinden. Wenn das gelingt, könnten Quanten-Computer viel schneller rechnen als die heutigen Computer. Das ist aber noch Zukunftsmusik. "Wir glauben, dass der Quanten-Computer in 15 bis 20 Jahren gebaut werden kann." erklärt Wernsdorfer. .

Wolfgang Wernsdorfer in seinem Büro

Das Preisgeld kann Wernsdorfer nach seinen eigenen Vorstellungen in seine Forschung investieren.