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Komet C/2020 F3 Neowise hat sich tatsächlich zu einem mit bloßem Auge sichtbaren Schweifstern entwickelt. Ein NASA-Satellit hatte ihn Ende März im All entdeckt.

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Es ist schon mehr als 20 Jahre her, dass von Deutschland aus kurz hintereinander zwei Kometen als helle Lichtpunkte mit Schweif am Himmel zu sehen waren. Wer sich erinnern mag: Das waren die Kometen Hyakutake (1996) und Hale-Bopp (1997), die da für Aufsehen sorgten.

Nahaufnahme des Kometen Hyakutake, der sich im Frühjahr 1996 beobachten ließ. (Foto: Imago, imago/Science Photo Library)
Nahaufnahme des Kometen Hyakutake, der sich im Frühjahr 1996 beobachten ließ. Imago imago/Science Photo Library

Nun erhalten sie endlich einen Nachfolger. Denn es ist wieder ein Komet mit bloßem Auge am Himmel von Deutschland aus zu sehen! Entdeckt wurde der Komet Ende März vom NASA-Satelliten Neowise und so kommt der Komet auch zu seinen Namen: Er heißt ebenfalls Neowise und ist jetzt der Sonne und der Erde so nah, dass es sich lohnt, nach ihm Ausschau zu halten.

Großer Brocken aus Staub und Eis

Die ersten Aufnahmen im März zeigten Komet C/2020 F3 Neowise nur als einen schwach leuchtenden Fleck. Als aber klar wurde, dass seine Bahn den Kometen in Sonnennähe führen würde, durfte man auf jenes Himmelsspektakel hoffen – das jetzt wohl tatsächlich beginnt.

Der Komet Neowise lässt sich mit etwas Glück derzeit mit bloßem AKometen sind Körper, die hauptsächlich aus Wassereis bestehen und die Sonne mit normalerweise stark verlängerten Umlaufbahnen umkreisen. (Foto: Imago, imago images/Christian Grube)
Kometen bestehen hauptsächlich aus Wassereis und umkreisen die Sonne mit normalerweise stark verlängerten Umlaufbahnen. Wenn sich ein Komet der Sonne nähert, verdampft das Wassereis und bildet das Koma, eine Wolke aus Gas und Staub, die bis zum 15-fachen des Erddurchmessers sein kann, und den Schwanz. Imago imago images/Christian Grube

Nächster Vorbeiflug des Kometen Neowise erst wieder im Jahr 8845

Neowise ist ein 5 km großer Brocken, der über große Staub und Eisvorräte verfügt. In Sonnennähe ist sein Kometeneis jetzt aufgetaut, Gasausbrüche aus der Oberfläche haben Staub mit sich ins All hinaus gerissen und ein langgezogener Schweif ist entstanden. Kometenkopf und Schweif sind am besten außerhalb von Siedlungen in wirklich dunklen Gebieten zu beobachten.

Bislang war der neue Komet in den Morgenstunden tief am Nordosthimmel zu finden, doch in den kommenden Tagen wird er die ganze Nacht tief über dem Nordosthorizont zu entdecken sein. Die Suche am Nachthimmel lohnt sich auch deswegen, weil Neowise ein seltener Besucher des inneren Sonnensystems ist. Seinen nächsten Vorbeiflug zum kurzen Auftauen in Sonnennähe hat er wahrscheinlich erst um das Jahr 8845.

Auf den nächsten Vorbeiflug des Kometen Neowise müsste man sehr lange warten. (Foto: Imago, imago images/Rene Traut)
Auf den nächsten Vorbeiflug des Kometen Neowise müsste man sehr lange warten. Imago imago images/Rene Traut
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