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Verschmutzung der Meere Killerwale durch Chemikalien bedroht

Längst verbotene Umweltchemikalien bedrohen die Schwertwale - die berühmten Orcas. Das geht aus einer Studie hervor, die Wissenschaftler im Wissenschaftsjournal "Science" veröffentlicht haben.

Orcas sind durch giftige Chemikalien bedroht

Orcas, auch bekannt als Großer Schwertwal oder Killerwal, sind durch giftige Chemikalien bedroht.

Die schwarz-weißen Orcas sind akut bedroht. Die Hälfte aller Bestände geht rapide zurück. Überfischung und der Lärm der Schiffe gelten als Ursachen. Aber offenbar ist die Belastung mit PCBs mindestens genauso wichtig. Forscher der Universität Aarhus haben die Daten von insgesamt 350 Tieren ausgewertet und dabei erschreckend hohe Werte dieser Chemikalien gefunden. Sie wurden in Transformatorenöl verwendet, in Fugendichtungsmasse und als Weichmacher eingesetzt.

Mindestens 1,3 Millionen Tonnen weltweit. Sie sind krebserregend, schädigen das Immunsystem und vor allem: sie beeinflussen die Fruchtbarkeit. Das ist lange bekannt. Und obwohl viele Länder schon vor 40 Jahren den Einsatz verboten haben, finden sie sich nach wie vor in der Umwelt.

Längst verbotene Chemikalien schädigen Wale

PCBs sind sehr langlebig und fettlöslich und reichern sich deshalb in der Nahrungskette an. Killerwale stehen an deren Spitze und haben deshalb Spitzenbelastungen. Die Forscher berichten von mehr als einem Gramm PCB pro Kilo Walspeck. Schon ein Bruchteil davon hat Wirkungen. Auf die Zahl der Geburten und die Sterblichkeit. Das haben die Wissenschaftler auf die nächsten Jahrzehnte hochgerechnet.

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Verbote allein reichen nicht

Denn Wale leben sehr lange und der Giftstoff baut sich nur sehr schwer ab. Außerdem geben Walmütter die Belastung über ihre fettreiche Milch an den Nachwuchs weiter. Das Ergebnis dieser Hochrechnung: 10 von 19 Walbeständen könnten in den kommenden Jahrzehnten zusammenbrechen. Besonders schlimm steht es um die Killerwale vor Brasilien, vor Kanadas Westküste, an der Straße von Gibraltar und rund um Großbritannien.

Das Beispiel zeigt, wie lange solche menschengemachten Gifte in der Natur wirken, sagen die Forscher. Selbst erfolgreiche internationale Anstrengungen wie das Stockholm-Abkommen mit dem PCBs und andere beständigen Gifte verboten wurden, reichten nicht aus.

Längst verbotene Umweltchemikalien bedrohen die Killerwale weltweit

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