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Seit heute setzen Arztpraxen bundesweit auch den Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson ein. Bekommen kann ihn jeder, doch bei manchen Menschen ist er sinnvoller als bei anderen.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sollen die Arztpraxen diese Woche mehr als 500.000 Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson erhalten. Anfang Mai boten mehr als 64.000 Arztpraxen in Deutschland Impfungen gegen Covid-19 an. Demnach bekommt jede Praxis im Schnitt weniger als zehn Dosen. Ab Juni sollen die Liefermengen dann steigen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Impfstoff von Johnson & Johnson für Menschen ab 60 Jahre – so wie auch den Impfstoff von Astrazeneca. Beides sind Vektorimpfstoffe. Eine Priorisierung gibt es bei beiden Vakzinen aber nicht mehr. Nach einem ärztlichen Aufklärungsgespräch kann sie also jeder Impfwillige bekommen.

Johnson & Johnson eignet sich für schwer greifbare Personen

Der Impfstoff von Johnson & Johnson schützt bereits nach einer Dosis voll. Er muss also nicht ein zweites Mal verimpft werden. Deshalb raten Expert:innen dazu, den Impfstoff Menschen zu geben, die schwer greifbar sind – weil sie selten zum Arzt gehen oder womöglich den zweiten Termin verpassen könnten. Zu dieser Gruppe zählen beispielsweise Obdachlose und Drogenabhängige.

Arzt zieht Spritze mit Impfstoff auf (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / NurPhoto | Ying Tang)
In einer Kirche in Düsseldorf wird der Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson Obdachlosen angeboten picture alliance / NurPhoto | Ying Tang

Klinische Studie: Eine Dosis Johnson & Johnson reicht

Warum der Impfstoff von Johnson & Johnson nur einmal verimpft werden muss, kann verschiedene Gründe haben. Klar ist, dass Vektorimpfstoffe grundsätzlich nach der ersten Dosis eine höhere Wirksamkeit haben als zum Beispiel mRNA-Impfstoffe. Das könnte daran liegen, dass Vektorimpfstoffe aufgrund ihrer Wirkweise das Immunsystem schneller auf das Coronavirus trainieren können als die mRNA-Impfstoffe.

Als der Impfstoff entwickelt wurde, war es nicht das Ziel, dass eine Dosis ausreicht. So wurde in frühen klinischen Studien mit verschiedenen Dosierungen experimentiert. Es zeigte sich allerdings, dass eine zweite Dosis den Schutz nur unwesentlich erhöht.

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