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Eine Frau lehnt sich Törtchen ab

Ernährung und Gesundheit Intervallfasten ist keine Wunder-Diät

Das Frühstück einfach weglassen? Für viele, die überflüssige Pfunde loswerden wollten, war die Intervall-Diät die große Hoffnung: Ratgeber versprechen eine enorme Gewichtsabnahme ohne Jojo-Effekt. Das ist zwar nicht falsch, sagen jetzt Forscher aus Heidelberg, allerdings treffe das genauso auf die herkömmlichen Diäten zu.

Beim Intervall-Fasten gibt es mehrere Diät-Modelle. Am beliebtesten ist die 16:8-Methode und die 5:2-Methode:

  • Die 16:8-Methode: Acht Stunden essen, was man möchte, und dafür die folgenden 16 Stunden komplett auf Essen verzichten.
  • Die 5:2-Methode: Zwei ganze Tage nichts essen, dafür den Rest der Woche ohne Einschränkungen genießen.

Fans der Diät-Form sagen, Intervallfasten wirke sich besonders gut auf den Stoffwechsel aus und sei deshalb besonders gesund. Doch es gibt auch Kritiker. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) meint zum Beispiel, das Intervall-Fasten sei zur dauerhaften Gewichtsregulation nicht geeignet.

„Verlässliche große Studien gab es dazu bisher kaum“, sagt Dr. Ruth Schübel vom DKFZ. „Wir wollten mit unserer Studie herausfinden, ob die positiven Effekte, die in kleineren Studien ausgemacht wurden, sich auch bei einer größeren Anzahl von Studienteilnehmern bestätigen lässt.“

6:50 min | Mi, 28.11.2018 | 16:05 Uhr | SWR2 Impuls | SWR2

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Intervallfasten ist keine Wunder-Diät

Jochen Steiner, Dr. Ruth Schübel

Nach einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums ist Intervallfasten nicht besser oder schlechter als andere Diätformen. Jochen Steiner im Gespräch mit Studienleiterin Dr. Ruth Schübel.

Der Essens-Rhythmus ist nicht entscheidend

Diäten, die nur auf Nahrungsreduktion unabhängig vom Essens-Rhythmus setzen, schneiden in der Studie genauso gut ab wie die Intervall-Diät. Alle Diäten wirken sich gleich gut auf den Körper aus. Bei allen verliert man Gewicht und lebt gesünder – dabei ist es völlig egal, wann man das Essen zu sich nimmt. Die Intervall-Diät ist also nur eine weitere Alternative zum herkömmlichen Fasten.

Jeder, der abnehmen möchte, sollte sich also selbst überlegen, welche Diät-Methode am besten zu sich passt. „Vielen Menschen fällt es leichter, an zwei Tagen sehr diszipliniert zu sein, statt jeden Tag Kalorien zu zählen und sich einzuschränken“, sagt Tilman Kühn, leitender Wissenschaftler der Studie. Selbst wenn der Zeitpunkt des Essens offenbar nicht entscheidend ist, kann Intervall-Fasten sinnvoll sein, solange es dabei hilft, generell etwas weniger zu essen.