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Raumfahrt Indiens Versuch einer Mondlandung vermutlich gescheitert

Die Landefähre der indischen Sonde Chandrayaan 2 sollte in der Nacht zum 7. September auf dem Mond landen. Vermutlich ist die Mission gescheitert. Der Kontakt zur Sonde ging verloren.

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Indien will Eis auf dem Mond untersuchen

SWR Wissen

Die Landefähre der indischen Sonde Chandrayaan 2 soll in der Nacht zum 7. September auf dem Mond landen. Landeplatz ist die Südpolregion des Mondes, um Wassereisfunde dort näher zu untersuchen.

Als die Sonde Chandrayaan 1 vor zehn Jahren Wassereis im Untergrund der Südpolregion des Mondes entdeckte, galt das als sensationelle Entdeckung. Ihr Nachfolger Chandrayaan 2 sollte jetzt erforschen, was es mit dem Eisvorkommen auf sich hat. Könnte das Eis als Wasserressource für eine künftige Mondstation dienen?

Indien wollte als vierte Nation auf dem Mond landen

Erst einmal ging es der indischen Raumfahrtbehörde aber darum, eine weiche Landung zu schaffen. Nach der Sowjetunion, den USA und China wäre Indien die vierte Nation gewesen, der das gelingt. Vor sieben Wochen war die indische Rakete zum Mond gestartet. Weil sie zu wenig Schubkraft für einen Direktflug hat, musste sie auf einer Spiralbahn um die Erde Schwung holen, bis die Sonde in den Anziehungsbereich des Mondes geriet.

Eine Trägerrakete mit der Sonde Chandrayaan 2 startet.

Eine Trägerrakete mit der Sonde Chandrayaan 2 startet.

Kontakt zur Vikram.

-Sonde kurz vor der Landung abgerissen

Ein paar Stunden später sollte dann der Rover auf die Mondoberfläche rollen. Wichtig dabei wäre gewesen: Vikram musste pünktlich landen. Denn zum geplanten Landezeitpunkt geht auf dem Mond die Sonne auf und ein Mond-Tag beginnt, der 14 Erd-Tage dauert. Die Kälte der folgenden Mond-Nacht hätten weder Landefähre noch Rover überstanden.

Der Rover wog 27 Kilogramm und hätte mit einer Geschwindigkeit von einem Zentimeter pro Sekunde über den Mond fahren können. Insgesamt sollte er 500 Meter zurücklegen. Doch 2,1 Kilometer vor dem Ziel ist der Kontakt zur Landersonde plötzlich abgerissen. Die genauen Ursachen werden noch erforscht. Die Muttersonde Chandrayaan 2 dagegen soll ein Jahr lang um den Mond kreisen und Daten zur Erde senden.

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Indien landet auf dem Mond

Uwe Gradwohl

Sieben Wochen war die indische Sonde Chandrayaan 2 unterwegs zum Mond.


Raumfahrt als militärische Machtdemonstration

Die Anfänge der indischen Raumfahrt reichen bis in die 60er Jahre zurück. Indiens erster Premier Nehru wollte die Bürger seiner jungen Nation mit Raumfahrtprojekten hinter einem Ziel vereinen – über alle Kasten und Religion hinweg. Nehru war auch bewusst, dass sich Raketenstarts dazu eignen, militärische Stärke zu demonstrieren. Vor allem gegenüber den Nachbarn China und Pakistan.

Auch die aktuelle Regierung des Premiers Modi nutzt die Raumfahrt, um sich militärisch zu beweisen. Eigentlich kooperiert Indien mit den USA bei der Suche nach Wassereis auf dem Mond. Trotzdem schoss Indien im März dieses Jahres mit einer Rakete vom Boden aus einem eigenen Satelliten ab und erklärte sich damit zur Weltraummacht. Das verärgerte die NASA, da die entstandenen Trümmer über mehrere Wochen die Sicherheit der ISS gefährdeten.