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Gallenblase

Kaffee, Sport und regelmäßiges Essen Was die Galle gesund macht

Fachärzte haben eine neue Leitlinie zur Therapie von Gallensteinen veröffentlicht. Ein wichtiges Kapitel darin sind auch Strategien zur Vorbeugung. Die gute Nachricht: Glauben Sie nicht alles, was Ihnen Diäten vorschreiben. Auch Kaffeetrinker können sich freuen – vier Tassen täglich halten die Galle gesund.

Etwa jeder sechste Deutsche hat Gallensteine – die meisten Betroffenen wissen gar nichts davon. Zum Glück verursachen die Steine nur bei einigen Menschen Probleme, das ist dann aber alles andere als harmlos: Gallenkoliken sind extrem schmerzhaft; schlimmstenfalls kann gestaute Gallenflüssigkeit auch eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung auslösen.

Mehr als einen halben Liter Gallensaft produziert unser Körper täglich – das dickflüssige Sekret hilft bei der Verdauung von Fetten und dem Abtransport von Giftstoffen. Aber es ist ein labiles System: Gerade wenn viel fettes Essen zerlegt werden muss, bilden sich Kristalle im Gallensekret – manche bleiben winzig wie Sandkörner, andere werden mehrere Zentimeter groß. Hauptbestandteil ist in der Regel Cholesterin.

Im Operationssaal

Nach der neuen Leitlinie sollte vom Ausbruch der Beschwerden bis zu einer Gallenblasen-OP nicht zu viel Zeit verstreichen.

Gallenkolik - Komplikationen durch zu langes Warten

Größere Steine können dann den Ausgang der Gallenblase blockieren – das führt zu den gefürchteten Koliken. Wenn Patienten dann in der Klinik landen, sollte möglichst bald operiert werden – innerhalb von 24 Stunden, so empfiehlt es die neue Leitlinie. Das ist eine wichtige Änderung, denn früher hat man oft länger gewartet.

Die jüngsten Studien zeigen aber, dass tagelanges Abwarten zu mehr Komplikationen führt als eine zügige Entfernung der Gallenblase. In jedem Fall müssen Patienten rasch Antibiotika bekommen, um die fast immer auftretende Entzündung der Gallenregion zu bekämpfen. Erst wenn die Entzündung unter Kontrolle ist, können die Chirurgen loslegen.

Gallensteine können Koliken verursachen

Gallensteine können Koliken verursachen, vor alle wenn sie den Ausgang der Gallenblase blockieren.

Erhöhtes Krebsrisiko bei großen Gallensteinen

Möglichst rasches Operieren ist auch deshalb angeraten, weil das Rückfallrisiko hoch ist: Wer einmal Probleme mit Gallensteinen hatte, muss mit immer neuen Episoden rechnen. Außerdem haben Menschen mit vielen sehr großen Steinen ein etwas höheres Risiko für Gallenblasenkrebs. Die früher übliche Zertrümmerung der Steine mit Stoßwellen oder Laser gilt heute als überholt, weil das Grundproblem bestehen bleibt.

Lebensstil beeinflusst Bildung von Gallensteinen

Neben einer erblichen Neigung entscheidet vor allem der Lebensstil darüber, ob sich Gallensteine bilden: Wer Schweinshaxe und Sahnetorte liebt, ist eher gefährdet als Menschen, die fettarm essen. Auch das Geschlecht spielt eine Rolle: Gallensteine sind bei Frauen dreimal häufiger als bei Männern. Vor allem Frauen, die die Pille nehmen oder Östrogenpräparate schlucken, sind häufig betroffen.

Schweinshaxe

Schweinshaxe und andere fettreiche Nahrung kann für die Gallenblase eine starke Belastung sein

Radikales Abnehmen belastet die Galle

Vielleicht hängt der hohe weibliche Anteil bei Gallensteinpatienten auch mit häufigeren Diäten zusammen. Vor allem radikales Abnehmen ist riskant: Wer mehr als 1,5 Kilo pro Woche abspeckt, strapaziert seine Galle enorm – der Körper muss zu viel Fett auf einmal abbauen. Auch nach einer Magenoperation verlieren Patienten sehr schnell viel Gewicht - jeder dritte Betroffene entwickelt in den Monaten nach der Operation Gallensteine. Mit Medikamenten kann man vorbeugen.

Bewegung, regelmäßiges Essen und Kaffee halten die Galle fit

Das Thema Prävention spielt in der neuen Leitlinie auch sonst eine zentrale Rolle. Kaffeetrinker können sich freuen – vier Tassen täglich halten die Galle gesund. Wichtig sind auch ausreichend Bewegung und ein ordentliches Frühstück. Denn gerade morgens muss die Gallenblase in Gang kommen, um die nachts angesammelte Flüssigkeit abzuleiten.

Kaffeebohnen und Kaffeetasse

Kaffee trinken soll zumindest gut für die Galleblase sein

Zum Schutz vor Gallensteinen sollten zwischen der letzten Mahlzeit am Abend und dem ersten Bissen morgens weniger als zwölf Stunden liegen. Das widerspricht manchen Diät-Tipps, die möglichst lange Nüchternphasen propagieren. Doch die Galle hat andere Bedürfnisse, die Schutzfunktion kürzerer Nahrungspausen ist gut belegt. Deshalb sollte man keine Mahlzeiten überspringen, sondern regelmäßig essen – die klassische Mittelmeerkost mit viel Obst, Gemüse und Olivenöl gilt als ideal.