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Singende deutsche Fußballfans

Fußball-Studien In der Ruhe liegt das Elfmetertor

Von Thomas Hillebrandt

Auch Wissenschaftler interessieren sich für Fußball und so gibt es allerlei Studien dazu: Was beeinflusst Schiedsrichter und den Erfolg beim Strafstoß? Haben Torhüter im Schnitt weniger Geschwister als Mittelfeldspieler?

Niemand kann den genauen Ort nennen, wo das Spiel Fußball erfunden wurde. Sicher ist nur: Schon seit 2.000 bis 3.000 Jahren treten Menschen überall auf der Welt erst gegen runde Gegenstände und dann später gegen Bälle. Heute ist Fußball ein globales Ereignis, besonders zu Zeiten der Weltmeisterschaft – und jeder kann irgendwie mitreden. Entweder als totaler Fußballverweigerer oder als Fan.

Ein Fußballfan schläft mit einem Fußball im Arm an seinem Arbeitsplatz

Manche Menschen haben ein besonders inniges Verhältnis zum Fußball

Sprachperlen aus der Welt des Fußballs

Die deutsche Sprache ist ständig in Bewegung, so wie ein gutes Fußball-Team. Sie verschiebt sich, bildet neue Ketten und stürmt auch mal nach vorne: „Zuckern“, „Buttercremen“, „Tortenhebern“, sind wundersame Wortgeschöpfe, die nicht dem Konditoren-Lehrbuch entstammen, sondern dem Geschehen auf dem grünen Rasen geschuldet sind: Diese Synonyme für das traditionelle „schießen“ stammen aus Fußball-Live-Tickern, dort gefunden von Sprachwissenschaftlern der TU Berlin, die in einer aktuellen Studie fast 200 solcher Fußball-Sprachperlen gefunden haben.

Da wird martialisch „gerammt“, „gesäbelt“ „gedonnert“ oder handwerklich „gehämmert“, „geschraubt“, „geschweißt“. Die Fußballsprache lebt! Manche nutzen auch den Begriff „Schlenzschäkern“ – das ist so ein Wort, das dem derart getretenen Fußball folgt, der demnach „butterweich“ geschlagen in den Strafraum „segelt“, um dann dort „verwertet“ und „versenkt“ zu werden.

Fußball in der Gruppe schauen macht glücklich

Fußball schenkt aber auch Glück. Wissenschaftler der Uni Gießen fanden heraus: „In der Gruppe Fußball gucken macht glücklich“. „Das weiß ich auch ohne Wissenschaft“, mag da mancher denken. Doch nun weiß man auch warum. Denn das Glück entsteht, so sagt es die Studie, aus intensiven Emotionen, die im „Kontrast zur Gleichförmigkeit des Alltags stehen“, aus der Erfüllung des grundlegend menschlichen Strebens nach Gemeinschaft und vor allem, weil gemeinsames Fußball-Schauen unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit befriedigt.

Zwei junge Frauen mit Deutschland-Schminke im Gesicht und Deutschland-Boa um den Kopf

So macht Fußball-Schauen Spaß

Torhüter haben wenige Geschwister

So berechneten britische Mediziner, dass Torhüter im Durchschnitt die wenigsten Geschwister haben, nämlich statistisch nur 1,1, während sich Mittelfeldspieler mit 2,4 Brüdern und Schwestern herumschlagen müssen. Und Heidelberger Sportpsychologen konnten nachweisen, dass Zuschauerlärm den Schiedsrichter beeinflußt . Ihre Vermutung: Schiedsrichter nehmen unbewusst den Lärm des Publikums als Hinweis für die Schwere eines Fouls. Ein Plus für die Heimmannschaft oder das Team mit mehr Fans im Stadion.

Cristiano Ronaldo bei der WM 2018

Cristiano Ronaldo feiert eines seiner Tore - doch bei Elfmetern trifft auch er nicht immer

Besser kein Schnellschuss-Elfer

Und dann ist noch die Forschung des norwegischen Sportwissenschaftlers Geir Jordet: Er hat herausgefunden, dass sich Spieler beim Elfmeter Zeit lassen sollten. Denn wenn zwischen Schiedsrichterpfiff und Elfmeterschuss mindestens eine Sekunde liegt, treffen sie zu 80 Prozent. Wer sofort loslegt, hat nur eine 58-Prozent-Chance. Also: In der Ruhe liegt das Tor.

Fußball-WM: Nichts für schwache Nerven und Herzen

Ruhe sollte man als Fan auch vor dem Fernseher bewahren, auch wenn‘s mal bis zur 95. Minute dauert, bis Toni Kroos ins Toreck trifft. Denn bei solcher Dramatik können beim Zuschauer Puls und Blutdruck so stark steigen, als würde er selbst auf dem Platz stehen. Wissenschaftler der Uni München analysierten Notarztprotokolle während der Fußball-WM 2006.
Wenn die deutsche Mannschaft spielte, mussten fast dreimal so viele Patienten wegen akuter Herzprobleme in die Klinik als an anderen Tagen. Bei Menschen mit einer Erkrankung der Herzkranzgefäße war das Risiko sogar fast viermal höher.

Ein Mann sitzt auf seinem Sofa und schaut Fußball

Fußball schauen ist selbst noch kein Sport und kann bei schwachem Herzen durchaus gefährliche Nebenwirkungen haben

Erhöhtes Risiko für O-Beine und kaputte Kniegelenke
Selber kicken ist eine gesunde Alternative -- es sei denn man ist noch ein Kind und hat vor, es im Profifußball weit zu bringen. Denn dann, das haben die Wissenschaftler der Uni München ebenfalls erforscht, hat man ein erhöhtes Risiko, O-Beine zu entwickeln. Damit steigt im Erwachsenenalter das Risiko für eine Kniegelenksarthrose. Spätestens da weiß jeder: Fußball ist das wahre Leben!

Zwei Jungen im Fußballtrikot

Bundesliga oder gar Nationalelf - Traum vieler Nachwuchskicker. Der Weg dorthin ist hart.