Bitte warten...

Mit Höchstgeschwindigkeit durch das All Die "New Horizons" Mission

Die "New Horizons" Raumsonde erforscht nun am Rand unseres Sonnensystems einen erdnussförmigen Himmelskörper namens Ultima Thule. So weit entfernt von der Erde ist bisher noch nie ein Himmelskörper untersucht worden.

Dass eine Raumsonde überhaupt zum allerersten Mal ein Objekt so weit draußen am Rand des Sonnensystems erreicht, hat mit einem eigentlich zu späten Entschluss der amerikanischen Raumfahrtpolitik zu tun. Die Geschichte geht so: Der Zwergplanet Pluto ist eigentlich ein tiefgefrorener Gesteinsball, er erreicht wenigstens so alle 200 eine gewisse Sonnennähe, dass er ein wenig auftaut und seine Oberfläche gut zu beobachten wäre – wenn sich denn eine Raumsonde rechtzeitig bevor das Plutotauwetter beginnt auf den Weg machen würde.

Ein von der Nasa herausgegebenes Farbfoto zeigt den Planeten Pluto, fotografiert von der Raumsonde New Horizons.

Ein von der Nasa herausgegebenes Farbfoto zeigt den Planeten Pluto, fotografiert von der Raumsonde New Horizons.

Am Pluto vorbeigeschossen

Und das mit dem rechtzeitig ist im Fall von New Horizons der Punkt: Die Finanzierung der Sonde war lange unklar, und als die NASA dann endlich das Geld zusammen hatte, musste die Sonde mit Höchstgeschwindigkeit zum Pluto fliegen, damit sie dort ankommt bevor der Planetenzwerg wieder einfriert. Höchstgeschwindigkeit bedeutete aber auch, dass die Sonde, als sie 2015 den Pluto erreichte, viel zu schnell war, um dort abzubremsen und in eine Umlaufbahn einzuschwenken.

New Horizons schoss an Pluto vorbei – und damit tief hinein in den Kuipergürtel. Eine mit Milliarden Gesteinsbrocken durchsetzte Randregion unseres Sonnensystems. Keines der dort im All treibenden Objekte wurde jemals aus der Nähe betrachtet. Bis jetzt. Denn mit ihrer ungeheuren Geschwindigkeit von knapp 50.000 Kilometer pro Stunde erreicht New Horizons in diesen Stunden Ultima Thule. Einen kaum 30 Kilometer kleinen Himmelskörper.

 Nasa-Sonde "New Horizons" trifft "Ultima Thule"

Nasa-Sonde "New Horizons" trifft "Ultima Thule". Eine grafische Darstellung der geplanten Begegnung der Nasa-Sonde «New Horizons» (r) mit einem Objekt im sogenannten Kuipergürtel. "2014 MU69" hieß das Objekt bislang. Die Nasa hat ihm jetzt den Spitznamen "Ultima Thule" gegeben.

Eisiger Himmelkörper im Kuiper-Gürtel

Er ist wohl von rötlicher Farbe, aber das lässt sich bislang nicht ganz sicher sagen, denn so weit draußen gibt es kaum Tageslicht. Möglicherweise handelt es sich auch um zwei große Brocken oder einen großen mit kleinem mit Mond. Für die Forscher superspannend: Ultima Thule kreist da draußen seit der Entstehungszeit unseres Sonnensystems, also seit 4.5 Mia Jahren. Und weil die Temperaturen auf Ultima Thule nur knapp über dem absoluten Nullpunkt von minus 272 Grad sein dürften, hat sich die chemische Zusammensetzung des Brockens in all der Zeit kaum geändert.

Eine Materialprobe aus der Entstehungszeit der Planeten – ein besseres Geschenk zum Neuen Jahr hätten sich die Planetenforscher nicht ausdenken können. Sie müssen aber Geduld haben, denn aufgrund der großen Entfernung sickern die Daten nur mit geringer Übertragungsrate Richtung Erde. Bis alle Fotos und Messdaten angekommen sind, wird es eineinhalb Jahre dauern.