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Viele Menschen hoffen, dass sie kurz vor Weihnachten einfach einen Corona-Schnelltest machen können, um Oma und Opa gefahrenfrei zu besuchen. Aber so einfach wird es nicht werden.

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Mit einem Schnelltest vor den Feiertagen sichergehen, dass man kein Corona hat und dann beruhigt auch Risikogruppen besuchen. Das ist die Idealvorstellung. Leider lässt sie sich kaum umsetzen.

Antigen - Schnelltests sind leider oft ungenau

Es gibt zahlreiche sogenannte Antigen-Schnelltests auf Corona. Sie können schon nach einer Viertelstunde ein Ergebnis liefern – ganz ohne aufwendige Analyse im Labor. Aber sie sind deutlich ungenauer als die aufwendigeren PCR-Tests: Bei manchen Schnelltests ist eins von zehn Ergebnissen falsch.

Derzeit sind rund 200 unterschiedliche Tests auf dem Markt. Auch innerhalb dieser Schnelltests gibt es deutliche Unterschiede. Das RKI schreibt dazu: „Die Performance der Antigen-Tests hängt stark vom Fabrikat ab, wie technische und klinische Testungen gezeigt haben.“ Es gibt auch falsch-positive Befunde. Fachleute sind sich daher einig - wenn ein Schnelltest anschlägt, sollte das positive Ergebnis unbedingt nochmal mit einem PCR-Test überprüft werden.

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Verkauf an Privatpersonen in Deutschland nicht erlaubt

Die vergleichsweise simplen Schnelltests dürfen in Deutschland nur an medizinisches Fachpersonal verkauft werden und nach einer Anfang Dezember erfolgten Änderung der Rechtslage auch an Lehrpersonal und Kita-Fachkräfte, wobei in diesen Fällen noch unterschiedliche Relegungen in den Bundesländern zu beachten sind. Heimtests für Laien zu verkaufen ist bei uns nicht erlaubt. In den USA ist das anders: Dort kann man Corona-Schnelltests seit Kurzem tatsächlich in der Apotheke erwerben.

Die deutschen Behörden sind viel strenger: Das liegt unter anderem daran, dass man auch für die schnellen Antigen-Tests einen Abstrich aus dem Rachen braucht. Nur wenn man da tief genug stochert, ist die Probe hinterher aussagekräftig.

Auch bei den Schnelltests gilt: Beim Abstrich muss man tief genug stochern, damit die Probe aussagekräftig ist.  (Foto: Imago, imago images / photonews.at)
Auch bei den Schnelltests gilt: Beim Abstrich muss man tief genug stochern, damit die Probe aussagekräftig ist. Imago imago images / photonews.at

Hausärzt*innen können den Test durchführen

Was also tun, wenn man vor den Weihnachtsferien einen Corona-Schnelltest machen möchte? Theoretisch könnten Hausärztinnen und –ärzte den Abstrich durchführen – zahlen müsste man dann selbst. Aber wer ohne triftigen Grund kommt, wird trotzdem oft leer ausgehen. Zum einen, weil viele Ärzte dafür kaum Zeit haben werden. Und weil die ganze Welt im Moment Schnelltests kauft, gibt es jetzt schon Engpässe.

Hausärzte können die Schnelltests durchführen, haben aber in der Regel wenig Kapazitäten dafür.  (Foto: Imago, imago images / Becker&Bredel)
Hausärzte können die Schnelltests durchführen, haben aber in der Regel wenig Kapazitäten dafür. Imago imago images / Becker&Bredel

Schnelltests sollen vor allem in Kliniken und Pflegeheimen genutzt werden

Trotz ihrer Ungenauigkeit können die Schnelltests in Kliniken und Pflegeheimen ausgesprochen nützlich sein: Denn wenn jemand gerade besonders viele Viren im Rachen hat und hochinfektiös ist, schlagen auch die Schnelltests zuverlässig an.

Garantiert ist das aber auch nicht. Es gibt belegte Fälle von Schnelltests, die selbst bei Menschen mit hoher Viruslast versagt haben. Personen, die gerade gar keine Symptome haben, die auf Corona hindeuten, können sich auf einen einzelnen Schnelltest noch viel weniger verlassen, so das Robert-Koch-Institut.

Laut Nationaler Teststrategie sollen sie genau an diesen Orten zum Einsatz kommen: um sicherzugehen, dass Besucher oder Personal das Virus nicht in die Klinik oder ins Heim tragen. Das heißt aber auch: Wer heute negativ getestet ist, könnte schon morgen ansteckend sein, das Ergebnis ist wirklich nur eine Momentaufnahme.

Das Pflegeheim Aue-Eichert führt wöchentlich Corona-Schnelltests durch. (Foto: Imago, imago images / Georg Ulrich Dostmann)
Das Pflegeheim Aue-Eichert führt wöchentlich Corona-Schnelltests durch. Imago imago images / Georg Ulrich Dostmann

Es gibt schon Engpässe bei allen Testverfahren

Bald sollen ja auch noch deutschlandweit Schulklassen damit getestet werden, wenn ein Kind infiziert ist; das wird den Bedarf weiter steigern. Der klassische PCR-Test ist auch kein Ausweg: Weil die Labore überlastet sind, nutzen Ärzte die hochwertigen PCR-Tests jetzt in der Regel nur noch bei Menschen mit akuten Covid-Symptomen oder engem Kontakt zu Infizierten.

Im Austria Center Vienna ist die größte Corona-Teststraße Österreichs eröffnet worden.  In ganz Österreich starten Anfang Dezember Massentests. Die Teststrasse beim ACV kann auf bis zu 15.000 Tests täglich ausgebaut werden.  (Foto: Imago, imago images / photonews.at)
Im Austria Center Vienna ist die größte Corona-Teststraße Österreichs eröffnet worden. In ganz Österreich starten Anfang Dezember Massentests. Die Teststrasse beim ACV kann auf bis zu 15.000 Tests täglich ausgebaut werden. Imago imago images / photonews.at
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