Illustration der Blutgefäße des Bauches (Foto: IMAGO, imago images/Science Photo Library)

Arterienerweiterung im Bauchraum

Deshalb bleibt ein Aneurysma bei Frauen oft unerkannt

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Wenn sich eine Arterie wie die Bauchaorta über die Maßen ausdehnt, aussackt, nennt man das Aneurysma. Eine Gefahr, die man nicht spürt und tödlich enden kann.

Audio herunterladen (6,3 MB | MP3)

Über die Hauptschlagader, die Aorta, werden bei Belastung bis zu 20 Liter Blut pro Minute durch den Körper gepumpt. Arteriosklerose, Rauchen, Bluthochdruck und erbliche Anlagen sind Risikofaktoren, die zu einer krankhaften Erweiterung der Aorta führen können. Diese Arterienerweiterung oder umgangssprachlich "arterielle Aussackung" nennt man im medizinischen Fachjargon Aneurysma.

Gerissenes Aneurysma ist lebensbedrohlich

Reißt ein Aneurysma, kommt meist jede Hilfe zu spät: 2.000 Menschen verbluten jedes Jahr in Deutschland innerlich als Folge eines Aneurysmas.

Für Männer ab 65 gibt es seit wenigen Jahren eine Vorsorgeuntersuchung - für Frauen nicht. Der Grund: 5 Prozent der Männer sind betroffen, nur 0,5 Prozent der Frauen.

Animation: Vergleich zwischen normaler und erweiterter Aorta und stilisierte Darstellung bis zum Riss der Aorta (Foto: IMAGO, imago images/vishalgokulwale)
Bei einem Bauchaorten-Aneurysma ist die Gefäßwand der Aorta überdehnt (rechts im Bild). Es gibt eine Art von Aussackung. Wenn die Gefäßwand reißt, ist das lebensbedrohlich. imago images/vishalgokulwale

Fachgellschaft empfiehlt Vorsorge für Frauen mit Risikofaktoren ab 65

Aber inzwischen wird klar: Frauen sind zwar seltener betroffen, haben aber ein viel höheres Risiko, dass ein Aneurysma reißt – etwa 4-fach erhöht. Auch Eingriffe im Krankenhaus (ob Not-OP oder Vorsorge-OP) überleben sie seltener.

Deswegen startet die Fachgesellschaft der Gefäßchirurgen den Appell: Vorsorgeuntersuchung auch bei Frauen mit Risikofaktoren ab 65 J. durchführen. Hausärzte können ein Aneurysma mit einem einfachen Ultraschall erkennen. Ab ca 5 cm-Aderdurchmesser wird ein Eingriff empfohlen (normal sind 2-3 cm).

OP-Saal während Operation mit Personal und Patient (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa)
Bei einem rechzeitig erkannten Bauch-Aorten-Aneurysma lassen sich die Gefäßwände möglicherweise an der kritischen Stelle durch die Einsetzung eines Stents von innen stützen. picture alliance / dpa

Vorsorge-OP senkt Risiken

Dann kann eine Vorsorge-OP Leben retten: Stents kleiden die geweitete Bauchaorta von innen aus. Alternative: Eine offene OP, bei der vom Brustbein bis zur Scham der Körper geöffnet und eine Art Gefäßprothese gesetzt wird.

Beide Operationen haben Risiken – aber das Risiko, dass ein unbehandeltes Aneurysma platzt und zum Tod durch Verbluten führt, ist größer.

Animation eines Stents in einer Arterie (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa/Medtronic GmbH/Covidien Deutschland )
Stents kommen auch bei der Entfernung von Blutgerinnseln, beispielsweise nach einem Schlaganfall, zum Einsatz. dpa/Medtronic GmbH/Covidien Deutschland
STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG