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Die Landefähre der indischen Sonde Chandrayaan 2 soll in der Nacht zum 7. September auf dem Mond landen. Der Landeplatz liegt südlicher als alle anderen bisher – um einen außergewöhnlichen Fund näher zu untersuchen.

Als die Sonde Chandrayaan 1 vor zehn Jahren Wassereis im Untergrund der Südpolregion des Mondes entdeckte, galt das als sensationelle Entdeckung. Ihr Nachfolger Chandrayaan 2 soll jetzt erforschen, was es mit dem Eisvorkommen auf sich hat. Könnte das Eis als Wasserressource für eine künftige Mondstation dienen?

Indien will als vierte Nation auf dem Mond landen

Erst einmal geht es der indischen Raumfahrtbehörde aber darum, eine weiche Landung zu schaffen. Nach der Sowjetunion, den USA und China wäre Indien die vierte Nation, der das gelingt. Vor sieben Wochen ist die indische Rakete zum Mond gestartet. Weil sie zu wenig Schubkraft für einen Direktflug hat, musste sie auf einer Spiralbahn um die Erde Schwung holen, bis die Sonde in den Anziehungsbereich des Mondes geriet.

Eine Trägerrakete mit der Sonde Chandrayaan 2 startet. (Foto: dpa Bildfunk, Indian Space Research Organization/AP/dpa -)
Eine Trägerrakete mit der Sonde Chandrayaan 2 startet. Indian Space Research Organization/AP/dpa -

Mondlandung live verfolgen

Geplant ist, dass der Lander Vikram am 6. September zwischen 22 Uhr und 23 Uhr deutscher Zeit mit der Landung beginnt. Auf YouTube kann man live dabei zuschauen.

Eine pünktliche Landung ist wichtig für die Mission

Ein paar Stunden später soll dann der Rover auf die Mondoberfläche rollen. Wichtig dabei: Vikram muss pünktlich landen. Denn zum geplanten Landezeitpunkt geht auf dem Mond die Sonne auf und ein Mond-Tag beginnt, der 14 Erd-Tage dauert. Die Kälte der folgenden Mond-Nacht können weder Landefähre noch Rover überstehen. Deshalb müssen die 14 Tage für die Erforschung der Mondoberfläche ausreichen.

Der Rover wiegt 27 Kilogramm und kann mit einer Geschwindigkeit von einem Zentimeter pro Sekunde über den Mond fahren. Insgesamt soll er 500 Meter zurücklegen. Die Sonde Chandrayaan 2 dagegen wird voraussichtlich ein Jahr lang um den Mond kreisen und Daten zur Erde senden.

Raumfahrt als militärische Machtdemonstration

Die Anfänge der indischen Raumfahrt reichen bis in die 60er Jahre zurück. Indiens erster Premier Nehru wollte die Bürger seiner jungen Nation mit Raumfahrtprojekten hinter einem Ziel vereinen – über alle Kasten und Religion hinweg. Nehru war auch bewusst, dass sich Raketenstarts dazu eignen, militärische Stärke zu demonstrieren. Vor allem gegenüber den Nachbarn China und Pakistan.

Auch die aktuelle Regierung des Premiers Modi nutzt die Raumfahrt, um sich militärisch zu beweisen. Eigentlich kooperiert Indien mit den USA bei der Suche nach Wassereis auf dem Mond. Trotzdem schoss Indien im März dieses Jahres mit einer Rakete vom Boden aus einem eigenen Satelliten ab und erklärte sich damit zur Weltraummacht. Das verärgerte die NASA, da die entstandenen Trümmer über mehrere Wochen die Sicherheit der ISS gefährdeten.

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