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Kommentar von Benedikt Lawen

Eine neue Studie zeigt: Wer viel Stress hat, nimmt viel mehr fettreiche Nahrung zu sich als entspannte Menschen. Was ist davon zu halten?

  • Die These der Lübecker Forscher: Psychosozialer Stress ist ein wichtiger Risikofaktor für eine zu hohe Nahrungsaufnahme und führt in der Folge zu Übergewicht.
  • Der Test: Die Hälfte der 14 Testpersonen (ausschließlich Männer) wurde zunächst einem Stresstest ausgesetzt – dann haben die Forscher gemessen, was und wie viel die Probanden am Buffet essen.
  • Das Ergebnis: Nach dem Stresstest steigerte sich bei allen Männern der Gehalt des Stresshormons Kortison im Blut. Ebenso erhöhte sich der Fettgehalt der Kost um 25 Prozent. Insgesamt aßen die gestressten Männer 41 Prozent mehr als die Kontrollgruppe. Fazit: Annahme bestätigt, dass psychosozialer Stress dick macht.

Kommentar zur Studie von Benedikt Lawen:

"Stress macht dick - neue Studie" ist für mich ein Meilenstein der Wissenschaft: Getestet haben deutsche Forscher aus Lübeck an 14 gesunden Männern in zwei Gruppen. 14 Probanden sind für eine repräsentative Studie ein bisschen wenig, oder?

Also:

  • Mobbing am Arbeitsplatz
  • Zoff zuhause
  • Lärmbelästigung
  • kein Geld im Portemonnaie

Dann kommt der Clou. Zitat: "Die Männer durften nach dem Test an einem Ess-Buffet so viel essen wie sie wollten - die Menge der verzehrten Lebensmittel und deren Energiegehalt wurde dann bestimmt."

Blick auf das Salatbuffet einer Kantine einer Schule in Höhr-Grenzhausen (Foto: SWR, SWR - Andrea Kaltheier)
Wenn man essen kann so viel man will, isst man oft mehr als man eigentlich kann. SWR - Andrea Kaltheier

Hm. ich kenne mich im Urlaub am Hotelbuffet - und das mal 14? 14 Männer, ein Buffet... außerdem all-you-can-eat.

Salami statt Sellerie

Die Ergebnisse sind ... überraschend: Die gestressten Männer haben fast anderthalb mal so viel gegessen wie die entspannten.
Dazu kommt, dass die Stressnahrung offenbar fettreicher ist. In Zahlen: 25 Prozent höherer Fettgehalt.

Sie griffen also lieber zur fettigen Salami als zu den Sellerie-Stängchen.

Ach, STRESS macht also dick. - Wenn ich mich entspanne, kann mir folglich nix passieren.

Hauptsache: Kein Stress!

Ah! jetzt weiß ich, was ich all die Jahre falsch gemacht haben muss.
All die Ernährungsberatung, der wabbelige Leinsamenquark jeden Morgen, Zumba-Kurse bei der lateinamerikanischen Anke im Fitnessstudio und jeden Sonntag dieses ewige Nordic Walking durch den Schwarzwald.

Danke - dann war all die Mühe umsonst.
Psychosozialer Stress macht dick, fanden Forscher jetzt raus. Im Umkehrschluss bleibe ich auf meinen fünf Buchstaben auf der Couch liegen und die Strandfigur kann kommen. Oh, lecker, Chips!

Mann mit Junkfood vor dem Fernsehen (Foto: Imago, imago/Westend61 -)
Stress macht dick? Dann sollte man (wenn man schlank bleiben will) versuchen, Stress zu vermeiden. Imago imago/Westend61 -
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