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„Wissen verdoppeln“ – das ist das Motto der Kampagne zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. Die zentrale Botschaft: HIV ist nicht mehr ansteckend, solange man entsprechende Medikamente einnimmt. Das ist wissenschaftlich bewiesen, sagt die Deutsche Aids-Hilfe, aber viel zu wenige wissen das. Mit ihrer Info-Kampagne will die Aids-Hilfe das jetzt ändern. Was die Medikamente können und wie es sich heute mit Aids lebt.

Wirksame Medikamente gegen HIV gibt es schon lange – sie verhindern, dass sich der Aidserreger weiter im Körper ausbreitet und so das Immunsystem schädigt. Die Krankheit wird sozusagen eingefroren. Gleichzeitig verhindert die Kombi-Therapie mit einem Cocktail unterschiedlicher Wirkstoffe, dass Infizierte andere mit dem Virus anstecken.

Medikamente verhindern HIV-Übertragung

Selbst beim Sex bestehe keinerlei Ansteckungs-Risiko mehr, sagt die Deutsche Aids-Hilfe. Dabei stützt sie sich auf Studien, an denen Tausende Paare mit HIV-positiven und HIV-negativen Partnern teilgenommen haben. Dabei kam heraus: durch die Medikamente ist das HI-Virus im Blut nicht mehr nachweisbar, eine Übertragung auf andere Personen, egal auf welchem Wege, gilt also als unmöglich.

HIV-Schnelltest - Aids selbst erkennen (Foto: Imago, imago/epd - Copyright: epd-bild/JuergenxBlume)
HIV-Schnelltest - Aids selbst erkennen. Schätzungsweise 13.000 Menschen in Deutschland wissen nichts von ihrer HIV-Infektion. Je früher Betroffene die Diagnose kennen würden, desto früher könnten sie gut behandelt werden. Imago imago/epd - Copyright: epd-bild/JuergenxBlume

Aids wird oft spät erkannt

Viel zu wenige wissen das, findet die Deutsche Aids-Hilfe und hat deshalb die Kampagne gestartet. Doch Vorsicht: die Entwarnung gilt nur für die Infizierten, die auch wirklich in Behandlung sind. Und genau hier liegt nach wie vor das größte Problem: Eine Infektion mit dem Aidserreger wird bei vielen immer noch sehr spät erkannt – bei jedem zweiten erst dann, wenn die Krankheit schon ausgebrochen ist.

Älteres Paar liegt im Bett (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Vor allem bei älteren Menschen bleibt Aids oft lange unerkannt. Foto: Colourbox.de -

HIV-Selbsttest in Apotheken

Experten schätzen, dass etwa 13.000 Betroffene in Deutschland gar nicht wissen, dass sie infiziert sind. Vor allem Menschen über 50 ahnen oft nicht, dass sie sich angesteckt haben – bei ihnen steigt die Zahl der Neuinfektionen stetig an. Wer sich Sorgen macht, kann seit kurzem auch einen HIV-Selbst-Test in der Apotheke kaufen.

Doch die „Diagnose Aids“ ist heutzutage bei richtiger Therapie längst kein Todesurteil mehr: Die Medikamente ermöglichen ein weitgehend normales Leben. Gravierende Nebenwirkungen gibt es nur selten. Sogar vom Kinderkriegen raten Ärzte heute nicht mehr ab: Wenn Patienten ihre Mittel konsequent einnehmen, besteht auch für die Familie keine Ansteckungsgefahr.

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