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„Dieser Geruch vom Schnee – das ist einfach unglaublich“ - erklärte Alexander Gerst nach seiner Landung in Kasachstan. Aber: Kann man Schnee wirklich riechen? Viele Menschen sind davon überzeugt – was sagt die Wissenschaft?

Chemisch ist die Sache klar: Schnee besteht aus Wasser, reines Wasser riecht nicht, also riecht Schnee auch nicht. Doch mit dieser lapidaren Aussage mag sich nicht jeder abfinden: Schnee ist schließlich auch weiß, obwohl Wasser durchsichtig ist. Also könnte es doch auch sein, dass er riecht. Riechen würde bedeuten, dass vom Schnee Geruchsmoleküle in unsere Nase dringen müssten – doch welche sollten das sein?

Alexander Gerst wird versorgt (Foto: picture alliance / dpa - Shamil Zhumatov / Pool)
Alexander Gerst wurde nach der Landung der Raumkapsel direkt versorgt picture alliance / dpa - Shamil Zhumatov / Pool

Regen fällt anders als Schnee

Viele Menschen sind überzeugt, dass Schnee riecht. Wissenschaftlich ist das Phänomen noch nicht geklärt. Aber zumindest eine plausible Erklärung gibt es: Wenn Schnee fällt, reinigt er die Luft, genau wie Regen. Doch es gibt einen Unterschied. Wenn Regen runterplatscht, wirbelt er die Luft am Boden auf, dadurch können auch Geruchsmoleküle von der Erde in unsere Nase gelangen – der typische „Regengeruch“.

Der Geruch des Nichts

Schnee dagegen fällt sachte und bleibt womöglich auf dem Boden liegen. Das verhindert sogar das Aufsteigen von Geruchspartikeln. Gut möglich also, dass das, was wir zu riechen glauben, gar nicht der Schnee selbst ist, sondern die klare, reine, und dann auch noch kalte Luft. Mit anderen Worten. Wir riechen nichts, aber weil unsere Nase dieses Nichts so selten erleben, nehmen sie den Unterschied umso stärker wahr.

Zwei Kinder mit Regenschirmen laufen in Isny im Allgäu auf einem schneebedeckten Gehweg (Foto: picture alliance / dpa - Felix Kästle)
Schnee selbst riecht wohl nicht. Aber die besonders saubere Luft fällt unseren Nasen meist auf. picture alliance / dpa - Felix Kästle
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