Mann hält sich mit den Händen den Rücken. Rückenschmerzen am Arbeitsplatz (Foto: IMAGO, /Panthermedia)

Schmerztherapie

Akute Rückenschmerzen – so lassen sie sich behandeln

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Sie gehören zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch und bedeuten viel Leid und Einschränkungen für Betroffene. Bei einer Umfrage im Auftrag des Robert-Koch-Instituts sagten rund 15 Prozent der Teilnehmer, dass sie ständige Schmerzen im Rücken haben. Was ist zu tun?

Eine Frau macht Yoga - den aufschauenden Hund als Rückentraining und zur Entspannung (Foto: IMAGO, /Shotshop)
Yoga kann mentale Anspannungen lösen und Rückenschmerzen lindern. /Shotshop

So können chronische Schmerzen verhindert werden

Hat eine Person schon akute Rückenschmerzen, die nicht chronisch werden sollen, sind die ersten vier bis sechs Wochen entscheidend. Die deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin empfiehlt in ihrem aktuellen Leitfaden: bloß nicht zu sehr schonen, sondern sich aktiv zu bewegen. Dabei geht es nicht um Hochleistungssport, sondern vor allem um sanfte Bewegungen, wie beispielsweise Spaziergänge und leichte Gymnastik. Orthopädin oder Physiotherapeut können außerdem individuelle Tipps zu mobilisierenden Übungen geben.

In den ersten zwei Wochen können sich Betroffene laut Schmerzgesellschaft auch selbst behandeln. Mittels Cremes und Gelen mit Menthol, Diclofenac oder Ibuprofen. Sie haben deutlich weniger Nebenwirkungen als Schmerzmittel zum Schlucken. Wenn sich nach zwei Wochen nichts gebessert hat, sollte man jedoch besser zum Arzt gehen. Treten sogar Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühle auf, sollte nicht gezögert, sondern gleich die Praxis aufgesucht werden.

Mann lässt sich den Rücken massieren - Physiotherapie (Foto: IMAGO, /Addictive Stock)
Physiotherapie kann Menschen mit starken Rückenschmerzen helfen, diese zu lindern. /Addictive Stock

Das ist zu tun, wenn die Schmerzen chronisch sind

Wenn Rückenschmerzen ein Dauerproblem sind und den Alltag stark beeinträchtigen, sollten Betroffene sich gründlich untersuchen lassen – am besten bei Fachleuten für Schmerztherapie. Eine Reihe von Studien haben in den letzten Jahren gezeigt, dass eine sogenannte „multimodale Behandlung“ langfristig am besten hilft.

Zu einer multimodalen Behandlung gehören außer medizinischen Verfahren auch Physiotherapie, Ausdauer- und Krafttraining. Und auch Entspannungsübungen sowie Verhaltenstherapie spielen dabei eine besondere Rolle.

Personen machen einen Rückenkurs, haben Kurzhanteln in der Hand und liegen auf dem Rücken (Foto: picture-alliance / Reportdienste, / dpa)
Viele Firmen bieten bereits Kurse speziell gegen Rückenschmerzen an. / dpa

Laut Deutscher Schmerzgesellschaft ist eine vierwöchige multimodale Intensivtherapie, ambulant oder stationär in Spezialkliniken besonders effektiv. Diese Form der Therapie können auch Kassenpatientinnen und –patienten bekommen. Dennoch kritisiert die Deutsche Schmerzgesellschaft, dass es zu wenige gute, fachübergreifende Angebote gibt – denn auch die multimodale Therapie ist im klinischen Alltag eher die Ausnahme als die Regel.

Multimodale Schmerztherapie – Psychologische Beratung spielt eine zentrale Rolle

Rückenschmerzen sind zwar ein körperliches Symptom, aber sie hängen oft eng mit psychischen Faktoren zusammen: Dauerstress oder traumatische Erfahrungen können zu starken Verspannungen führen – wenn diese dann chronisch werden, muss der Arzt zusammen mit dem Patienten den Ursachen auf den Grund gehen. Ansonsten entsteht möglicherweise ein Teufelskreis. Das bedeutet, die Schmerzen sorgen für zusätzlichen Stress, der verstärkt dann wiederum die Anspannung.

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Zudem ist bekannt, dass Menschen mit Depressionen häufiger unter Rückenschmerzen leiden und chronische Rückenschmerzen Depressionen begünstigen. Deshalb spielen Einzel- und Gruppengespräche bei einer multimodalen Schmerztherapie eine ganz wichtige Rolle.

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